Bekenntnisse zweier Bürgi-Kids
Shownotes
Auch Bürgi-Kinder leiden, denn wirklich bürgerlich ist ihre Herkunft nicht. Auch sie müssen arbeiten und sich mit all den Schwierigkeiten auseinandersetzen, die der Zwang, die eigene Ware Arbeitskraft zu verkaufen, mit sich bringt. Ganz besonders betroffen sind die beiden Hosts. Während Valentin nach zehn Jahren Walter-Benjamin-LARP nun gezwungen ist, sein Leben an die Zwänge des Arbeitsalltags anzupassen, hat Ayşegül nach zehn Jahren High-Performer-Lifestyle genau das plötzlich verlernt.
In der neuesten Folge versuchen die Hosts ihr eigenes „Leiden beredt werden zu lassen“ (Adorno) und suchen die nach innen gerichtete Gewalt, wo man sie zunächst selbst nicht wahrnimmt: dort, wo die Gegenleistung, der Lohn, einem als äquivalent erscheinen mag.
Literatur: Yukio Mishima: Bekenntnisse einer Maske Leif Randt: Allegro Pastell Simone Weil: Von der Schwierigkeit, den Kopf zum Himmel zu heben
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Transkript anzeigen
00:00:00: Die nächste Folge ist präsentiert von Gelbenschein, Weedmatchalatte, Beat-Eighty One Fitness, gelben Autos, MilesXL Transporton, Linsensuppe mit Iran, Bilderrahmen von TK Max und Beiramen.
00:00:13: Dem Fest für alle Fellow-Opfer's!
00:00:15: Ich hab mich übrigens vertan, dass es gar nicht Opferfest, das ist Zuckerfest!
00:00:20: Ich bin so ne schlechte Muslima... Muslimen!
00:00:24: Guck mal, da ist auch so eine Sache, ne?
00:00:27: Es is eigentlich muslimen Nicht-Muslima.
00:00:31: Woher
00:00:31: kommt Muslima?
00:00:32: Ja, das ist halt auch so eine Sache.
00:00:34: So türkische ... So JLP-Türken, die grenzen sich ja mal supergern gegen AKP-Turken ab.
00:00:40: Also sodass sie so weltoffen sind und die AKP ist der Inbegriff für alles böse und schlechte und demokratiefeindliche.
00:00:49: Aber sag mal in der Gegenwart eines JLP Türken eid statt Bayram!
00:00:55: oder Bayram.
00:00:56: Also Eidsstadt-Bayram hat einen kompletten Meltdown, warum du halt den arabischen Begriff für das religiöse Fest benutzt und fürchtet die Arabisierung...
00:01:08: Und Muslima?
00:01:09: Ich glaube, Muslimas ist auch eher so... ich weiß nicht.
00:01:13: Im Hebrechen macht Muslimazinn!
00:01:15: Aber checkst
00:01:15: du?!
00:01:15: Das war doch immer Muslimin!
00:01:18: Und seit kurzem ist es Muslimaa!
00:01:20: Boah, ich kenn's nur als Muslimaaa.
00:01:22: aber ich muss auch ehrlich sagen mir nicht so viel Gedanken über Muslime gemacht, bevor ich halt irgendwie voke Diskurse verfolgt habe.
00:01:29: Ich glaube so in den zwei neunziger, zweitausend Jahren...ich glaub da war es muslimisch.
00:01:33: Voll!
00:01:34: Aber für mich gab's ja in den neunzigern, zweitausenden Jahren keine Muslime, da gabs der Türken.
00:01:39: und so Bewusstsein...also ich wusste schon dass es den Islam gibt und das solche Sachen.
00:01:46: aber so..es gab ja kein... Also in meinem Umfeld gab es kein Verständnis für Leute als Muslime.
00:01:52: Es gab Türken, es gab Araber... ...es gab Kurden.
00:01:56: keine Ahnung wie weit mein...wie deep my knowledge damals ging.
00:02:00: aber erst als ich dann irgendwie so mit sechzehn, siebzehn und achtzehn halt so Anti-Radiskurse mitbekommen hab habe ich mich irgendwie so mich mit anti muslimischem Rassismus auseinander gesetzt und dann irgendwie erst auch so realisiert war irgendwie bei uns auf dem Dorf wo die Leute noch gehasst weil sie türken sind und nicht weil sie irgendwie muslime sind.
00:02:17: Manche Turken waren okay, weil die haben einen guten Döner gemacht.
00:02:20: Und die anderen nicht so gut.
00:02:21: Die wollte man wieder abschieben.
00:02:37: Valentin musste mich daran erinnern ... wie wir die Folgen starten?
00:02:42: Also danke, Valentin!
00:02:44: Hallo Leute, ich bin Ayse Gül.
00:02:47: Mein Name
00:02:47: ist ... Das verbiete
00:02:54: ich.
00:02:55: Sehr gut.
00:02:56: Dann musst du noch mal anfangen.
00:03:01: Hello!
00:03:05: Ihr hört nach langem Warten endlich eine neue Folge Don't Read Theory Podcast.
00:03:13: Valentin, wie ist es nach fünfzehn Jahren Erwachsensein endlich das erste Mal richtig zu arbeiten?
00:03:22: It's a total scam.
00:03:24: Ich weiß noch nicht warum ich das gemacht habe.
00:03:27: Ich glaube einfach Jobcenter war so nervig dass ich dachte da will er mit nie wieder was zu tun und ich wohl mir einen richtigen Job aber...
00:03:37: Sag das nicht!
00:03:37: Dann denkt ja März seine Masche geht auf.
00:03:41: Okay, ja.
00:03:42: Entschuldigung!
00:03:44: Ich muss natürlich auch die Verantwortung, die wir als Podcaster haben ernst nehmen und ... Nein es ist weird.
00:03:52: ich glaube der weirdest Moment den ich hatte war Als ich irgendwann morgens auf dem Closers auf mein Handy geguckt habe Bevor ich irgendwie dann duschen mich fertig machen la di da di da Und so festgestellt hat ihm das die Lakers gerade spielen und nicht halt so ein halbes Jahr vorher noch wach gewesen wäre, um dieses Spiel zu gucken.
00:04:11: Weil diese Mannschaft das Zentrum der Mittelpunkt meines Lebens waren und... Das ist so ein ganz wider Moment weil ich so dachte okay eigentlich ist es voll lächerlich Ich kann meine Basketballmannschaft nicht mehr gucken aber gleichzeitig spricht er ja so viel dafür wie krass sich mein Leben innerhalb von so kurzer Zeit ändern musste dass ich diesen Job eben machen konnte oder machen kann Und wie viele Dinge einfach so nicht mehr gehen, die über fünf bis zehn Jahre einfach normal waren.
00:04:40: Ich glaube das war einfach weird und ich habe mich wirklich gefragt warum mache ich das?
00:04:46: Dann hab' ich auf mein Konto geguckt und gesehen, warum ich's mach'.
00:04:51: Aber nichtsdestotrotz ist irgendwie eine Sache wo ich dann viel angefangen habe mit drüber nachzudenken, um so aufzufallen zu müssen.
00:04:56: Wie viele kleine Details man einfach so umstellen muss, die früher normal waren, die einfach nicht mehr geben.
00:05:01: Ja also bei mir... Ich würd ja sagen, du machst diesen Job auch.
00:05:06: Weil es dich mit Freude erfüllt wie stolz ich auf dich bin, Valentin?
00:05:11: Das stimmt natürlich!
00:05:12: Nee, ähm ... Ich war ehrlich gesagt ein bisschen erleichtert als du diesen Job angefangen hast weil mir deinen arbeitslosen Lifestyle halt schon... I wasn't judging Aber das ist in mir natürlich einen Lebensstil der mir etwas suspekt war.
00:05:32: Ich habe dich so genommen, wie du bist.
00:05:35: Aber war dann schon auch irgendwie...
00:05:38: Außer wenn der Pulli noch Flecken von der Linsensuppe hast, dann hast du mir schon einen frischen Pulli angezogen.
00:05:45: Ja!
00:05:46: Dann Valentin erzähl mal.
00:05:49: Wie sehen deine Routinen aus?
00:05:51: A day in a life as an Berlin.
00:05:56: Echt im Morgens auf und mache mir erstmal ein super effizientes Frühstück, bestehend aus einem Espresso den ich am Abend vorher schon die Kanne bereitgestellt habe dass ich noch den Herd anmachen muss.
00:06:08: Ich schmeiß zwei Bananen einen Löffel Flosam, einen Lüffel Matscha Proteinpulver, einen löffel Vanilleproteinpülver in den Mixer und werde ich das dann zusammen.
00:06:18: frühstücke check' ich mit meinem Handy ganz wichtig wie die Bahnen denn heute so fahren Ob mein Regio fährt, ob meine U-Bahn fährt mit der ich zum Regium muss.
00:06:29: Wenn ich das getan habe kann ich ruhigens gewissen Duschen gehen.
00:06:33: Zweimal die Woche wasche ich mir auch die Haare dann setze ich mir eine Mütze auf wenn ich das Haus verlasse weil man ja nicht mit nassen Haaren raus soll.
00:06:40: ansonsten kann ich meine Haare im Wind flattern lassen wenn ich rausgehe.
00:06:43: Dann laufe ich los kauf mir unterwegs noch einen Mountain Dew und ein Simit Und dann nehme ich eben die U-bahn und den Regio aber öfters auch mal, nämlich nicht die U-Bahn weil sie einfach nicht fährt.
00:06:57: Auch mal ohne dass es in der App steht.
00:06:59: dann renne ich schnell zur Straßenbahn um noch eine S-Bahnen zu kriegen um dann nochmal an einer anderen Stelle den Regio zu kriegen.
00:07:08: wenn's ganz blöd läuft fällt doch einfach der Regio aus und dann rufe ich einen Kollegen an und frag ihn ob er mich mit dem Auto mitnehmen kann.
00:07:16: oder ich fahr' mit meiner schönen sexy Karre dahin Und das muss man natürlich alles auf dem Schirm haben, weil ich muss sehr pünktlich da sein.
00:07:26: Ich habe eben gemerkt wie viele verschiedene Routinen ich auch ausprobieren musste damit es eben klappt.
00:07:31: Ich hab versucht irgendwie anderes Essen zu finden als den Sim mit Morgens.
00:07:35: Das hat aber dann irgendwie nicht so gut geklappt.
00:07:38: Weil ich hab mir Müßli gemacht und das auf Arbeit immer im Kühlschrank vergessen bis dann in der gemeinsamen Gruppe geschrieben wurde, wem gehört das Müßi?
00:07:47: Ich war auch ne Zeit lang bei McDonald's morgens, was ich sehr schön fand.
00:07:51: Aber dann hab' ich ... wenn mal was ausgefallen ist die Tram nicht mehr gekriegt weil ich nicht mehr so fit war wie bevor ich jeden Tag beim McDonalds war und außerdem war es auch ein bisschen teuer.
00:08:01: Und ich habe vor allem gemerkt wie ich mich so gezwungen hab diese Stunde morgens im Zug zu nutzen um zu lesen Weil das wirklich der einzige Punkt war wo ich noch lesen konnte.
00:08:10: Das ist auch immer das was man ... die ich immer gebe, wenn jemand länger pendelt.
00:08:18: Eine Freundin von mir muss nach Frankfurt oder aus Berlin pendeln und ist immer so ... Da hat man aber viel Zeit zum Lesen!
00:08:26: Ich wär doch richtig wütend, wenn Leute mir sagen, dass sie nicht wissen, was im Zug machen können.
00:08:29: Ich denk, du hast ne Stunde geschenkt.
00:08:31: Es gibt Bücher...
00:08:32: Aber es gibt dann auch diesen Druck zu lesen?
00:08:35: Es gibt wirklich diesen Druck, weil ich weiß, dass ich nicht mehr den Kopf dafür hab, abends was zu lesern, wenn ich nach Hause fahre.
00:08:43: oder nach Hause kommen.
00:08:44: Und am Wochenende macht man dann auch irgendwie Sachen und ich spüre das halt wirklich, wenn so eine Woche vorbei ist.
00:08:50: Ich hab das Buch, dass ich angefangen habe beim Anfang der Woche nicht weitergelesen.
00:08:54: Ja!
00:08:55: Und ich hab auch da wirklich das Gefühl... ...dass ich so dumm geworden bin.
00:09:00: Also ich merke es auch ganz krass, wenn ich mit Leuten unterhalte und über Themen rede die mir eigentlich mal so am Herzen lagen.
00:09:07: Die Adormozitate liegen nicht mehr so locker in der Hüfte um sie einfach rauszuziehen auch einfach so Wortfindungsschwierigkeiten, dass ich wirklich einfach Wörter nicht mehr benutze die ich früher sehr viel benutzt habe.
00:09:20: Aber halt weil ich mich nicht mehr so intensiv mit dem auseinandersetze was ich lese... Ich die einfach nicht mehr parat habe wie eigentlich üblich.
00:09:31: Stattdessen ganz viele andere Wörte die ich beim Alltag nicht verwenden
00:09:34: will.
00:09:35: und am aller krassesten finde ich glaube ich halt eben so diese Feststellung was für ein Management das ganze Leben werden muss dass eben die Tatsache, das man Fulltime arbeitet dazu führt.
00:09:48: Dass auch alle anderen Beziehungen ein Stück weit so gemanagt werden.
00:09:52: Okay ich kann hier diese vier Stunden habe ich Zeit für DRT an dem einen Tag in der Woche weil da alles andere so liegt, dass ich früher nach Hause komme und nicht so am Arsch bin, dass sich nicht mehr denken kann.
00:10:03: wenn dann du aber da irgendwie was anderes hast, dann beginnt das ganze geschiebelos, weil meistens ist einem anderen Tag schon Sport.
00:10:09: An dem anderen Tag ist das muss alles so sein Platz geben.
00:10:14: Und vor allem hat man dann auch wirklich halt abends immer nur Kapazitäten für eine Berieselung.
00:10:19: und da musste ich natürlich an den guten alten Max Horkheimer denken, der das alles schon für Ewigkeiten gesagt hat, dass ich auch früher vorgebetet hab diesen Satz.
00:10:30: Ich glaube, das ist auch so.
00:10:30: das Krasse, dass sich halt früher konnte ich diese Sätze auswendig ... Habe es hier aber nicht verstanden.
00:10:36: Jetzt kann ich's überhaupt nicht mehr aus, wenn ich muss die wieder neu lesen.
00:10:40: Jetzt versteh' ich vollkommen was er
00:10:41: meint.".
00:10:42: Er hat nämlich gesagt, amusement ist die Flängelung der Arbeit und dem Spätkapitalismus.
00:10:47: Und das ist es doch einfach!
00:10:48: Ich will mich amüsieren in den paar Stunden, die ich habe... ...ich kann da nichts Anstrengendes lesen gucken, ich will ein Ding, dass funktioniert, ich hab anderthalb Stunden Zeit Serie zu gucken, dann muss sich auch dreimal lachen, sonst hat sich das ja nicht
00:11:00: gelohnt!".
00:11:01: Also du willst ja schon seit Monaten so eine Folge machen zu den Schwierigkeiten während eines Arbeitsalltags und eben dieses ganze Management, das was mit beinhaltet.
00:11:14: Und die Idee kam verzögert nachdem wir den Sammelwand selbst schuld gelesen und recensiert haben.
00:11:19: Die Folge dazu könnt ihr mit einem Steady-Abo euch anhören Und ich war mega anti, weil ich dachte du willst so eine klassische linkspopulistische Folge machen.
00:11:30: Wo es halt darum geht wie scheiße Arbeit ist und wie scheisse diese ganzen Zwänge sind unter denen wir leben und ich denke mir halt so ja das macht mir einfach schlechte Laune da weiter drüber zu sprechen.
00:11:42: Außerdem habe ich persönlich schon noch eine Freude an diesen Strukturen Routine und empfinde ja einen schon auch stolz für dich dafür, dass du dein Leben so gemanagt bekommst.
00:11:56: Und deshalb war es bei mir eine Folge wie diese erstmal total suspekt und ich habe mich nicht unbedingt quergestellt.
00:12:05: aber wir mussten extrem lange darüber sprechen bis ich verstanden hab was du eigentlich meinst und das ist eben keine einfach Arbeit nervt folge Das gute Leben für alle Folge sein soll.
00:12:21: Ich hab vor allem selber nicht verstanden, was ich will.
00:12:23: Ich glaube das ist auch so ein Riesending, dass es mir aufgefallen, dass ich irgendwie ganz viele Sachen im Kopf hatte, die ich irgendwie zusammenbringen wollte und da selber nicht so ganz begreifen konnte weil ich glaub ich auch selber mich nicht so getraut habe überhaupt zu viel über mich zu reden.
00:12:42: Ich glaube, das war auch so ein riesen Ding weil ich mir eben so dachte also wer will sich jemand anhören der irgendwie es geschafft hat ein bisschen das Leben zu dribbeln und mit ein bisschen Quatsch hier und da genug Geld zu verdienen dass er größtenteils chillen kann und nachts Basketball gucken?
00:12:56: Wer will sich anderen wie der jetzt sagt so leben ist so hart?
00:12:59: ich kann um vier Uhr dreißig nicht mehr meine Lieblings-Basketballmannschaft gucken weil ich eine Stunde später aufstehen muss und zur Arbeit fahren muss und deswegen fühl mir das so schwer das außerzu formulieren weil ich selber nicht so ganz wusste, was ich will und ich hatte nur das Bedürfnis da auch etwas zu machen.
00:13:15: Deswegen hatten wir ja glaube ich ganz viele Anfänge wo wir das Thema anfangen wollten, wo über andere Leute geredet haben was volliger Quatsch ist weil es kam ja wirklich aus diesem konkreten Moment so wie ich morgens zur Tram gerannt bin und irgendwie sowas was muss sich hier gerade alles leisten?
00:13:30: Nur um das zu erfüllen!
00:13:32: Es ist eben nicht nur dieses Der Job ist nicht nur das Anstrengende, sondern auch alles drumherum muss stürmen, dass der Job gemacht werden kann.
00:13:40: Und wir merken es ja auch an diesem Am... Am By Don't Read Theory.
00:13:44: also zu der Zeit wo du nicht Vollzeit gearbeitet hast und ich auch nicht gearbeitet hab konnten wir einen Zweifel auf den Rhythmus haben!
00:13:55: Und jetzt ist so only God knows wann die nächste Folge rauskommt.
00:14:01: Aber eine Sache will ich noch fragen dazu Warst du auch ein bisschen neidisch, dass es bei mir gerade funktioniert?
00:14:08: Weil du ja selber immer wieder gesagt hast, dass du in diese Routine nicht kommst.
00:14:12: Nee, ich war nicht neidig, sondern ... Ich war mega froh, dass wenigstens ein Teil des Podcasts das hinbekommt und du bist eher eine Art Vorbild für mich.
00:14:23: Und du bist halt jetzt ein Mann geworden!
00:14:25: Du bist der Familienvater unserer kleinen Familie.
00:14:28: Das
00:14:29: freut mich sehr.
00:14:30: Es erfüllt
00:14:31: mein Herz.
00:14:32: Der Familienvater trifft es ja auch gut als Bild, weil im Endeffekt ja auch das genau der Gedankengang ist.
00:14:39: Wenn man sich so die klassische Vorstellung von der Entwicklung eines Mannes vorstellt.
00:14:44: Der tobt sich dann irgendwie aus hat seine Abdeszenz stößt sich die Horne ab aber dann kommt er zu sinnen Und schafft es halt, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.
00:14:54: Nämlich irgendwie sein Leben so einzurichten, dass er für seine Familie sorgen kann
00:14:58: und Geld
00:14:59: verdienen kann.
00:15:00: Die Frau kümmert sich um den Haushalt.
00:15:01: Auch da gibt's quasi diese klassischen Vorstellungen was ja eine enorme Zurichtung auch ist.
00:15:07: Damit sind wir nämlich jetzt genau beim Thema.
00:15:09: man muss die gesellschaftlichen Zwänge dabei verinnerlichen um das erfüllen zu können.
00:15:13: der Mann arbeitet nicht mehr nur für sich, sondern für seine ganze Familie.
00:15:17: Er kann es nicht einfach sich erlauben, keinen Bock mehr haben zu arbeiten weil dann hat nicht nur er kein Geld, sondern auch sein Kind und seine Frau kein Geld.
00:15:27: Zurichtung ist die Verinnerlichung der Autorität.
00:15:30: man muss sich selbst Gewalt antun um in die Gesellschaft zu passen also eine Anpassung vornehmen.
00:15:39: Das darf natürlich auch nicht der gute Theodor fehlen an dieser Stelle.
00:15:42: Der sei nämlich Anpassung, aber ist unmittelbar das Schema fortschreitender Herrschaft.
00:15:48: Nur durch eine Natur sich gleich machen, durch die Selbsteinschränkung dem Dasein den Gegenüber wurde das Subjekt dazu befähigt, dass Daseiende zu kontrollieren.
00:15:58: Diese Kontrolle setzt gesellschaftlich sich fort als ein über die menschlichen Triebe schließlich über den Lebensprozess der Gesellschaft
00:16:05: insgesamt."
00:16:07: hat zur Folge, dass wir in der Zurichtung nur Dinge guten Gewissens tun können wenn sie sich eben produktiv anfühlen.
00:16:14: Sport als Entlastung oder noch besser um gesund zu sein und fit zu sein.
00:16:20: To
00:16:20: shape your body?
00:16:21: Ja!
00:16:21: Oder das ist ja sogar schon ein bisschen eitel.
00:16:25: Also viele sagen, ich mach das für die Gesundheit.
00:16:27: Für meine Bone-Density einfach um meinen Muskel ... Das sag' ich auch!
00:16:31: Ich will nicht Muskelmasse verlieren möchte.
00:16:36: Es geht ja hier um Gesundheit und gar nicht um ästhetische Dinge.
00:16:42: Lesen als Entspannung oder eben lesen, um Gesellschaftskritik ausüben zu können.
00:16:49: Essen auch.
00:16:50: um gesund und fit zu bleiben, dass man seine ganzen Makros gedeckt hat.
00:16:55: Und am besten natürlich so, dass alles so integriert ist, dass es reibungslos abläuft.
00:17:02: Ich finde eine der größten Verbrechen, was das angeht sind so One Pot Meals!
00:17:06: Ich habe einen Post gesehen von einer Italienerin ... ich liebe sie so...
00:17:18: Ja, ich glaube das trifft es halt wirklich gut.
00:17:20: Weil diese One Pot Meals vor allem mit Fleisch, das finde ich dann noch mal so besonders eklig und werden die auch so reingespült.
00:17:28: aber immer wenn Leute quasi Ruhe Spaghetti mit Romen
00:17:31: schicken
00:17:32: irgendwo reinschmeißen bin ich mir jetzt was so... Das darf nicht sein!
00:17:38: Also meinetwegen kocht deine Rohnspaghetti in Tomatensauce.
00:17:41: Das finde ich nur halb so schlimm, aber mit diesem Chicken und Salmonellen...
00:17:44: Mmh, Chickenjuice!
00:17:45: Ich meine das Ding ist halt so.
00:17:47: ja du kannst offensichtlich also ich weiß wie gesagt ich koche nicht mit Fleisch aber natürlich kannst Du die zusammenkochen Zumindest so, dass wir eine Hühnerbrühe haben.
00:17:58: Das Hähnchen wurde schon gekocht oder du brätst das Hähnet an und hast die Röstaromen des Hähntchens?
00:18:04: Du willst doch nicht
00:18:05: das ganze Öl... Also es gibt ja auch Sachen wo du mit viel Öl machst Fleisch kriegst, wo du einfach nicht das Ganze Öl in deinen Nudeln haben willst.
00:18:14: Eigentlich machst du nie mehr Ölen etwas rein als was du essen möchtest Und das geht ja soweit.
00:18:21: Also die ganze Freizeit, auch jeder Urlaub muss verwertet werden.
00:18:26: Es müssen mindestens drei richtig gute Fotos für Dating-Apps geschossen werden bei einem wunderschönen Sonnenuntergang in Griechenland.
00:18:34: Und da zeigt sich eben wie tief die Gesellschaft in uns drin ist also die gesellschaftlichen Anforderungen in uns drinnen ist.
00:18:42: wir laufen durch die griechische Sonne und anstatt einfach irgendwie es gerade geil zu finden in der griechen sonne zu sein sehen wir irgendwie Irgendwas und denken so, ha!
00:18:52: Damit kann ich ja quasi mein soziales und kulturelles Kapital auf dem Berliner Datingmarkt aufwerden.
00:18:59: Weil besonders wenn der Winter grau und kalt ist und alle nicht alleine sein wollen kommt das richtig gut an, wenn ich bei Sonnenlicht in die Kameralächel auf meinem Datingprofil.
00:19:11: Und dadurch hält man ja selbst die Peitsche.
00:19:13: Ich glaube dass es eben so was diese moderne Gesellschaft dann auch eben ausmacht.
00:19:17: Es gibt nicht mehr irgendwie... in der Fabrik den Vorarbeiter, der auch irgendwie Gewalt ausübt.
00:19:23: Dieses härte Ding so nein wir stehen halt selber da und wir bestrafen uns selber dafür wenn du irgendwas Unproduktives machen.
00:19:29: es ist nicht mehr so Du wirst bestraft von deinem Vorarbeiter Wenn du die Zeit In der verbriegt mit anderen Dingen verbringst sondern Nein du bestrafst sie selbst weil du verpasst ja was?
00:19:38: Du schaffst ja nicht dem ideal nachzukommen wie auch immer das Ideal dann auch aussieht im einzelnen Fall.
00:19:43: Es geht sogar soweit dass es selbst in den schon so war, dass man selbst das verinnerlicht hat.
00:19:50: Das schreibt eben Simone Weil in ihren Fabriktagebüchern.
00:19:53: sie sagt eigentlich müssten Arbeiter froh sein um jede Störung des Betriebs aber das sind Sie nicht weil das anstrengend ist.
00:20:00: für die also so schlimm die so schlimm und zährende Routinen sind.
00:20:04: und die Routine beschreibt sich als das Verbrechen diese total kleinteiligen unsinnigen Arbeitsschritte die total entfremdet sind von dem großen Ganzen, wo du eben diesen einen Arbeitsschritt hunderttausende Male machst an einem Arbeitstag.
00:20:20: Das ist an sich das Verbrechen und sie genau beschreibt halt eben dass man ja froh sein müsste für die Störung aber dass die Erfahrung ist, dass es eben nicht so ist und dass die Aggressivität nur noch steigert oder die Frustration.
00:20:32: Das gleiche ist es dann auch wenn bei mir die Bahn morgens ausfällt.
00:20:36: ich könnte auch froh Aber Valentin, du und ich sind mehr
00:21:02: als unsere Produktivität.
00:21:08: Darüber sind wir uns doch einig.
00:21:13: Ich glaube, man kann das alles nicht so sehr verweigern, weil ... Sind die wirklich mehr?
00:21:18: Haben wir wirklich mehr als unsere Produktivität im Leben?
00:21:21: Ist es nicht einfach nur so'n Hippie-Gewäsch?
00:21:25: Weil wie sind ja selbst schuld wenn alles passiert?
00:21:28: Das ist ja irgendwie auch kein Narrativ den ich ablegen kann!
00:21:31: Ich kann ja nicht einfach sagen, so nein, ich lass mir das von euch Politiker nicht einreden sondern... ist ja so eingerichtet.
00:21:38: Wenn mein Auto kaputt geht auf halber Strecke, dann hab ich einen Feeltagaufarbeit.
00:21:42: Egal was Phase ist!
00:21:44: Da bin ich selbst schuld daran, dass mein Auto kapput ist und all diese ganzen Sachen.
00:21:49: Und damit ... Ist hier auch die Gesellschaft zu eingerichtet, dass man nur aufgrund seiner Produktivität gewertschätzt wird?
00:21:55: Natürlich hat man Freunde bei denen das anders isst... Aber was bringt einem die Freunde wenn man halt gar keine Produktivitäten mehr hat und völlig
00:22:04: versinkt?!
00:22:05: Und ich glaube, der Grund daran ist eben auch, dass man das so sagt.
00:22:09: Okay wir kritisieren den neoliberalen Narratives.
00:22:12: Wir können uns abstrakte Gewalt überhaupt nicht vorstellen!
00:22:15: Wir haben keinen Begriff davon!
00:22:17: Wir können irgendwie davon reden, können ihnen Begriffe geben, wir können sagen Wert, Kapital, dies, das... Aber das kann man hier alles nicht anfassen da kann man ja auch nichts mit machen Das kann man ihr auch nicht schlagen Da kann man kein Stein drauf werfen
00:22:29: Das
00:22:30: kann mir irgendwie nicht greifen.
00:22:31: und es einzige wo man aber halt so greifen kann Und da möchte ich an dieser Stelle einen riesengroßen Shoutout an Alex Struve geben mit seinem Buch über Totalität, weil dafür das sehr gut herausgearbeitet.
00:22:43: Die Totalität also diese Herrschaft erscheint dem individuellen Leiden und kann nur aus den individuellem Leiden heraus verstanden werden.
00:22:50: Also gerade manifestiert sich es daran dass man so ein Zwang empfindet, dass man irgendwie sich nicht freuen kann, dass der Betriebsablauf... Also Simon Weil macht sich ja nicht lustig über die Arbeit und sagt, ihr seid so blöd.
00:23:04: Genau!
00:23:04: Warum feiert ihr nicht?
00:23:05: Warum organisiert ihr euch nicht?
00:23:07: Das macht sie nicht weil das finde ich halt so toll.
00:23:10: Sie beschreibt das und sie beschreibt halt wie man sich diesem Elend gar nicht entziehen kann dass es eben keine individuelle Entscheidung ist und dass nichts mit einem Bildungsstand oder Willen der einzelnen Arbeiter und deren Politisierungen.
00:23:29: Und wie Neolieb, ob die FDP-Wähler sind oder irgendwie der Linkspartei angehören, dass das nichts damit zu tun hat.
00:23:36: Sondern eben diese Umstände, das Denken so verunmöglichen und abstumpfen lassen.
00:23:44: Vor allem spricht sie dabei auch noch einen weiteren Punkt an.
00:23:46: Denn meiner Meinung nach ist es richtig, nämlich die Arbeitsteilung.
00:23:50: Du hast es gerade gesagt.
00:23:51: Die müssen viele einzelne Schritte gemacht werden ... machen, die losgelöst vom Endprodukt sind.
00:23:56: Und das ist ja eben auch das was die Zurichtung halt bedeutet.
00:23:58: so du wirst auf eine Sache zugerichtet musst diese eine Sache können und muss dein Spezialist werden und sie perfekt können und verlernt es natürlich auch viele andere Sachen.
00:24:08: also muss immer wieder halt irgendwie so dran denken kannst du noch etwas von dem was du im Mathe Abi gemacht
00:24:14: hast?
00:24:16: Und das ist halt so ein gutes Beispiel.
00:24:18: Damit will
00:24:18: ich nicht... Aber hier, guck mal!
00:24:19: Hier ist die Sache!
00:24:20: Nein, nein, nein!
00:24:21: Der Umkehrschluss ist eben nicht... Guck mal, ich hab dich jetzt nicht ausreden lassen, weil du wolltest auf denselben Punkt hinaus wie ich.
00:24:27: Bevor viele sind ja so, warum habe ich Matron Physik in der Schule und nicht meine Steuererklärung mache?
00:24:32: Oder warum müssen wir Gedichte analysieren?
00:24:34: aber irgendwie wissen nicht, wie ich ETFs kaufe?
00:24:38: Ich hab ja mal ein paar Semester Philosophie studiert.
00:24:41: Da ist mir klar geworden, wie wichtig Mathematik und Physik für einen Philosophiestudium sind.
00:24:46: Gerade für den ganzen Bereich der theoretischen Philosophiede, der mich total interessiert hat.
00:24:51: Und wie sehr ich es dann bedauert habe, dass mir so viele Grundlagen fehlen?
00:24:56: Und ich habe mir dann für meine Philosophieklausur in Logik Nachhilfe gesucht bei einer Kommilitonin, die noch Mathe studiert hat nebenbei, weil ich's einfach nicht erstanden hab!
00:25:05: Genau... Das ist nämlich halt genau das Ding.
00:25:08: Diese Ausbildung ist ja eine allgemeine Zurichtung für den ersten Schritt und dann geht die Spezialisierung los, dann gehen die Arbeitsteilungen los und man schafft so ein gemeinsames Wissenslevel.
00:25:18: natürlich kann man debattieren was davon ist wie viel sinnvoll.
00:25:22: aber generell bleibt es eben dabei dass halt diese Arbeitszeit in dem Moment ist wo man auch dass man aktiv Sachen verlernen muss.
00:25:29: Und ...
00:25:29: Verkümmern?
00:25:30: Ja!
00:25:30: Verkümmern lassen, das ist nicht mal, dass wir es verlieren sondern wir lassen andere Teile verkümmern.
00:25:35: Ja,
00:25:35: verkümmern ist ein gutes Wort und das ist natürlich auch wiederum ja auch das was mich dann halt so wütend macht weil ich halt irgendwie über zehn Jahre es mir gelungen ist durch Akzeptanz eines Slacker-Lie-Styles und irgendwie wenig Geld haben viel schnorren.
00:25:54: Ich bin mächtig stolz darauf, dass es Phasengabien, denen ich monatelang regelmäßig in Kneipen gegangen bin.
00:25:59: Da, wenn ich ein Bier zahlen musste ... Das war so ein harter Verdienst!
00:26:05: I worked hard for this.
00:26:06: Aber man hat sich das verdient und für mich war halt irgendwie zu lesen und schreiben, das konnte ich machen.
00:26:11: Das war mein Daily-Ding, das hab' ich gemacht.
00:26:14: Und das kann ich jetzt halt obviously nicht mehr.
00:26:17: Und ich spüre halt einfach wieder so verkümmert... Und ich merke richtig wie ich's das Gefühl habe einen Teil zu verlieren, von dem ich dachte, das wäre ein Teil für mich.
00:26:25: Weil ich den so lange kultiviert habe ... Das ist eben auch diese Erfahrung!
00:26:29: Und es ist aber nicht nur die Verkümmerung auf der einen Seite sondern eine schamlose Ausbeutung.
00:26:35: alles Schönen in unserem Leben.
00:26:40: also Ich merke das halt ganz Ganz krass, dass ich halt gefühlt jedes meiner Hobbys kapitalisieren muss.
00:26:47: Alle wissen ja mittlerweile, das ich gerne koche?
00:26:50: Echt?!
00:26:52: Was ist was so?
00:26:53: Ich war wirklich grad schockiert!
00:26:58: Genau und ohne dass ich darüber nachdenke, guck' ich natürlich wie ich von diesem Hobby eben größtmöglich profitieren kann.
00:27:08: Allein um es weiter betreiben zu können...
00:27:10: Genau, das ist es.
00:27:11: Zum Beispiel habe ich mal einmal da eine Künstlerin aus Berlin, der ich auf Instagram gefolgt hab hat halt so Zeichnungen von sich verkauft.
00:27:20: Ich glaub für fünfzehn oder fünfundzwanzig Euro das Stück und ich hab einfach geschrieben so hey!
00:27:24: Ich tausch gerne ein Blech Bördek gegen einer deiner Zeichnung und sie hat dem zugestimmt.
00:27:29: Und ja, so konnte ich mir ganz direkt... Das ist jetzt was sehr harmloses finde ich auch total witzig und total toll und das ist ja vielleicht im Sinne
00:27:38: Ursprünglichen
00:27:39: Tauschgesellschaft noch.
00:27:42: Aber bei Don't Read Theory ist es ja nicht anders, wir könnten Don't read Theory ... Ich weiß nicht, ob wir So weiter machen würden neben unserem Job und unserem Alltag, wenn es nicht diese Einnahmequelle über Steady gäbe?
00:27:55: Und man zumindest Zeitausgaben decken konnte.
00:27:58: Ja.
00:27:59: Total!
00:28:00: Nein, nicht nur die Ausgaben.
00:28:01: Wir können uns mittlerweile auch was Kleines auszahlen und das ist ja eine Motivation da dran zu bleiben.
00:28:07: also es hat dann eben einen immunitären Wert.
00:28:11: Es ist dann nicht mehr ideell?
00:28:14: Das ist ja auch mehr oder weniger halt.
00:28:15: auch die Hoffnung wie man hier mit so einem Hobby halt hat.
00:28:19: wenn man ein Hobby irgendwie macht dann hat man natürlich die Hoffung damit ein bisschen Kohle zu verdienen dass man's länger machen kann.
00:28:24: ich glaube halt nicht dass man das früher hatte.
00:28:26: Ich glaub das ist etwas recht Neues.
00:28:29: oder was sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren ergeben hat.
00:28:32: Ich glaube, dass wir das jetzt für mittlerweile so selbstverständlich halten ist eigentlich eher eine relativ neue Erscheinung?
00:28:38: Das
00:28:38: stimmt!
00:28:39: Für mich war es halt immer selbstverständlig, weil mein Hobby war Rap und ich wollte natürlich immer, dass mein Hobby zum Beruf wird aber hat nicht gereicht außer ein paar freie Getränke Rest and Peace.
00:28:50: Genau und das Ganze funktioniert natürlich dann auch nur indem man diese Zurichtungen auch ästhetisiert In dem man versucht den Lifestyle, den man lebt und die Art und Weise, wie man sich zu richten muss um diesen Lifestyle leben zu können.
00:29:05: Um den Beruf und die Hobbys unter einen Hut zu kriegen in dem man so ästhetisiert.
00:29:09: Indem man halt irgendwie ... This is my machalate
00:29:14: every morning!
00:29:15: Es ist so lustig das wenn du versuchst, so Vlogger-Content zu parodieren weil du denen ja ganz offensichtlich nicht konsumierst Voll.
00:29:30: Und ich glaub, niemand kennt diese Ästhetisierung der Zürichtung so sehr wie junge Frauen im Internet.
00:29:38: Diesen Monat bin ich eine Pilates-Princess.
00:29:40: Nächsten Monat Bin Ich Eine Musselmami.
00:29:42: Danach dem Monat Binnich Eine Treadwife.
00:29:44: Dann nachdem Monat Bennig Ein Girlboss.
00:29:47: Dann Nachdem Monater Is Red Girls Summer.
00:29:49: Aber ich muss sagen, ich bin da auch immer sehr anfällig gewesen und wenn ich so ein ... Das Ding hatte, von dem ich dachte, das macht mein Leben jetzt besser.
00:29:57: Dann musste ich immer auch so Produkte kaufen, die da zu passen.
00:30:00: Als ich angefangen habe, Basketball zu spielen, dauerte es zwei Monate und ich hatte fünf Basketball-Trikots.
00:30:05: Und ... das sehe ich halt genauso ein bisschen als das Ding.
00:30:08: Ich hab beschlossen, das mache ich jetzt.
00:30:09: Ein Stück weit mach ich mir Druck, weil ich weiß, dass in Anfangsphasen, wo man seinen Hobby verliert, verliert man's weniger.
00:30:17: Wenn ich fünf Basketballs liege, die dich anschreien und sagen, spiel wenigstens Basketball, sonst ist es peinlich!
00:30:23: voll.
00:30:23: Aber gerade nach dieser Logik ist es dann, ich hab nämlich für glaube ich hundertfünfzig Euro Tie-Box Equipment gekauft und habe irgendwie über zweihundert Euro für eine Mitgliedschaft in einem Gym ausgegeben und ich glaub' ich war ganze viermal da!
00:30:39: Und das hat sich so total gegen meine Natur angefühlt ist also eben nicht da alles rauszuholen aus diesem Hobby und es nicht zu meiner Religion zu machen.
00:30:49: Ich konnte aber nicht.
00:30:50: Ich hab auch gemerkt, dass ich überhaupt nicht gerne in einem Gym mit Männern trainiere, dass das mir bei anderen Sportnaten nichts ausmacht.
00:30:56: Aber da ... Nicht weil ich eine schlechte Erfahrung gemacht habe, hab ich einfach gemerkt.
00:31:01: Ich bin lieber unter Frauen.
00:31:03: Ja, für mich war es dann so, oh mein Gott!
00:31:06: Es ist ein Sieg gegen der System.
00:31:09: Dass ich jetzt
00:31:09: in dieses
00:31:10: Hobby sein lasse nachdem ich irgendwie drei Hundert Euro dafür ausgegeben hab.
00:31:14: Ich möchte meine Angel grüßen, die im Keller ...
00:31:19: Das würde ich aber, sorry.
00:31:20: Aber das fühle ich irgendwie ... Guck mal, ich bin vegetarisch.
00:31:26: Ich bin gegensangeln,
00:31:27: aber ich fühl das eigentlich so.
00:31:29: Ich hab mir dir geholt und ich hatte einen guten Freund, der damals viel Angeln gegangen ist.
00:31:34: Dann habe ich mir eine Sehentscheidenentzündung geholt.
00:31:36: Und ich bin quasi die eine Saison ausgefallen.
00:31:38: Dann war Sommer und dann kam die nächste Saison.
00:31:41: Er war gar nicht mehr so into Angeln, dass er mich regelmäßig gefragt hat.
00:31:46: Irgendwie hat man die im Keller vergessen?
00:31:49: Manchmal hängt auch der Erfolg von so einem Hobby.
00:31:51: Es hängt zu einem Messer Schneide, weil wenn ich rausgegangen wäre und nicht drei Fische gefangen hätte ... Ich schwöre!
00:31:56: Ich wär jetzt noch an der Spree und würde irgendwelche Zombiefische raushören,
00:32:00: die in diesem
00:32:00: Wasser
00:32:00: überleben.
00:32:01: Das ist wie bei den Simpsons dieser
00:32:03: akteugige Fisch?
00:32:05: Eine andere Sache, die mir immer einfällt mit Ästhetisierung sind natürlich auch Neujahrsvorsätze oder Dry January.
00:32:11: Jedes Jahr ist es der Reset, wo man guckt, okay Wie doll ist mir meine Zurichtung gelungen?
00:32:18: Was muss ich besser machen.
00:32:19: Der erste Schritt ist zu sagen, okay, ich nimm keine Drogen
00:32:22: mehr.".
00:32:23: Das fühlt sich immer so gut an und man fühlt auch so ein Ding.
00:32:26: Und dann hat man eine Motivation, andere Dinge zu tun.
00:32:30: Wir ... haben jetzt ganz viel über Produktivität und wie dieses eben in unsere Leben Einzug gefunden hat, gesprochen.
00:32:36: Aber es gibt natürlich auch The Dark Side of it, nämlich dass immer weniger Platz für Dinge abseits der Produktivitäten gibt.
00:32:45: Und das Erste was dir da eingefallen ist war eben, dass es keine Kapazitäten mehr für komplizierte Freundschaften gibt.
00:32:52: Hat mich richtig berührt in dem ... Das hat mich erschrocken aber ja ich fand das voll den guten Einwand, also einen richtig guten Einwand.
00:33:01: Ja, ich glaube das ist vor allem auch eine Sache die so unbewusst passiert.
00:33:04: Also ich glaube dass man gar nicht... Ich meine es gar nicht nur die Fälle wo man quasi halt irgendwie die Toxic Friends aus seinem Leben canceled sondern wirklich einfach so schleichen, dass ich halt einfach so merke.
00:33:16: also wenn wir gerade in schwieriger Gefahr sind um uns streiten dann kommt ihr auch einfach der Moment an fragst du mich so ey hast du Bock zu chillen?
00:33:22: Und ich sag so, nee weil ich gerade irgendwie es nicht so passt.
00:33:25: Dann schleichen sich vor allem auch so Freundschaften aus und das ist glaube ich halt auch so.
00:33:29: eine Sache war einfach halt irgendwie.
00:33:32: man hat so das Gefühl irgendwie gibt mir diese Freundschaft grade nichts und dann geh ich lieber zum Sport.
00:33:38: Dann mach' ich lieber das treff lieber andere Leute spiele lieber Playstation hol mir so ein Quick Fix oder häng einfach nur Zu Hause rum und guck mir Reels an, Tiktoks an.
00:33:48: Weil mir das Dopamin gerade gibt, dass mir diese komplizitere Freundschaft nicht geben kann.
00:33:52: Eine andere Seite dieser begrenzten Kapazität für komplexe schwierige emotionale Beziehungen ist eben ... Freundschaft und Emotions- und Beziehungsmanagement auf der anderen Seite gibt.
00:34:06: Ein Beispiel, worüber wir dann immer gerne einführen ist Schäder, Kurzbuch, radikale Zärtlichkeit.
00:34:12: Das hat sich für mich im Endeffekt nur nach einem Ratgeber so ein Managementbuch angefühlt und total leer angefühlen oder auch irgendwie ... Es
00:34:22: kann ja auch unsere Schwierigkeiten aus Freundschaften rausnehmen, wenn man seine Freunde einfach liebt.
00:34:30: sehr viele Ratgeber, es sind auch so sehr beliebte Themen in Zeitungen wie der Zeit- oder SZ in bürgerlichen Medien.
00:34:39: Wie man seine Beziehungen korrekt managt?
00:34:42: Wie viel Kehrarbeit und so weiter und so fort.
00:34:46: Das sind ja schon auf eine Art und Weise ... das ist jetzt nichts worüber.
00:34:52: Das ist klar in dieser Folge, dass wir uns da ja nicht rausnehmen.
00:34:55: Das sind Fragen, die man sich stellt.
00:34:57: Da hängen reale Kapazitäten mit dran aber eben es hat so einen fahlen Geschmack.
00:35:06: Es ist irgendwie entfremdend wenn es dann eine ganze intellektuelle Produktionsmaschinerie gibt, die dich irgendwie nur helfen will das zu managen.
00:35:20: In meinem
00:35:20: Tagebuch ist Radikale Zärtlichkeit, zwei Punkt Null.
00:35:26: Weil es genau diese Prozesse stattfinden, wo ich versuche eine Struktur zu finden und sagen, irgendwas wühlt mich auf?
00:35:32: Ich versuch dem einen Platz zu geben!
00:35:35: Und das ist auch genau das was mit Radikaler Zärtigkeit ist, was du grade sagst.
00:35:40: Es gibt ja ein logisches Bedürfnis, das zu tun.
00:35:43: Die Gesellschaft ist so eingerichtet, dass wir einen Bedürfen danach haben, mit unseren Beziehungen nicht mehr Chaos machen, wenn alles andere schon überwältigend ist.
00:35:52: Diese Logik geht soweit, dass es sogar in unser heiligstes Einzug eingetroffen hat, nämlich diesen Podcast.
00:35:59: Weil ... Ja, wir haben einen richtig niederschmetternden ... Kommentar erhalten zur letzten Folge.
00:36:06: Deswegen haben wir noch so lange gebraucht, neue
00:36:08: Folgen zu schreiben!
00:36:09: Ich wusste einfach fünf Termine mit meiner Psychologinverein-Mann als Selbstzahlerin.
00:36:16: Ja der Kommentar hat uns gefragt warum so pädagogisch am Ende?
00:36:20: Warum sagt die mir was ich zu tun
00:36:22: habe?!
00:36:23: Ich schäbe mich!
00:36:27: Ich bin so fucking uncool und scheiße!
00:36:30: Ja also das ist eben auch... Das ist ja dann eben auch dieser nächste Aspekt, dieses Konstruktivsein.
00:36:37: Passt natürlich auch in dieses ganze Thematik rein weil etwas Konstruktives ist hier auch produktiv.
00:36:43: also so der Linken geht schon schlecht genug macht doch wenigstens einen produktiven Beitrag zu linken als einfach nur... so rumzumeckern.
00:36:51: Also ich glaub, zumindest dieser Teil in der letzten Folge geht schon noch ein bisschen auf meinen Konto und wo ich so sagt ja wir müssen den Leuten irgendwas mitgeben!
00:37:02: Wir können die nicht einfach somit nichts entlassen.
00:37:06: und dann kann die Person, die diesen Kommentar geschrieben hat, du hast uns auf jeden Fall das war der Wake-Up Call.
00:37:12: Genau um das Ganze so ein bisschen abzuschließen was ist Zurichtung?
00:37:16: Ganz wichtig ist glaube ich unseren der Stelle.
00:37:18: auch Der Begriff der Zurichtung enthält eine Ahnung der Totalität von Gesellschaft, dass wir alle als Lohnabhängige im selben Boot sitzen und uns selbst Gewalt antun müssen um in dieser Gesellschaft leben zu können.
00:37:33: Und die Gesellschaft schlägt sich zwar auf unterschiedliche Art und Weise aber doch in uns allen nieder.
00:37:39: und zwar schreibt eben nochmal Adorno darüber
00:37:41: Das Bedürfnis leiden berätet werden zu lassen ist Bedingungen aller Wahrheit.
00:37:46: Denn Leiden ist Objektivität, die auf dem Subjekt lastet.
00:37:50: Was es als sein subjektivstes erfährt?
00:37:52: Sein Ausdruck ist objektiv vermittelt.
00:37:55: Genau!
00:37:55: Meiner Verzurichtung eben vor allem in individuellen Krisen.
00:37:59: Aber das was wir euch bis jetzt erzählt haben ... Nichts Neues.
00:38:02: Wir sind ja nicht die Einzigen, die eine Kritik an gesellschaftlicher Zurichtung üben.
00:38:07: Gerade diese ganzen Ausführungen eben zu Pilates-Princesses und Routinen.
00:38:12: Und was man sich halt nicht alles einfallen lässt um sein Alltag irgendwie zu bewältigen das gibt sehr super viele Texte ... Also Instagram Slides Darüber.
00:38:23: Aber hat bei mir wenn Menschen über gesellschaftliche Zurichtung sprechen oder halt eben wie schwer oder unmöglich so ein Leben und Arbeiten in diesen Strukturen ist.
00:38:35: Hinterlässt es mich immer mit einem Gefühl der Unzufriedenheit, denn oft geht das nämlich um die Zurichtung der anderen.
00:38:42: Dann ist es eine Kritik an Skinny Talk, an Fitnessinfluencern, an Girlboss-Culturen, an Hustleculturen , an FDPlern, Christian Lindner, an März ... Also so die sind die!
00:38:56: Zugerichteten oder die sind Schuld an der Zurichtung dieser Gesellschaft.
00:39:03: Oder es gibt so eine Hyperinszenierung des eigenen Leidens, an den Zwängen und dann wird halt irgendwie vor der Kamera geweint.
00:39:11: oder das werden extrem entblößende Essays geschrieben über wirklich sehr... schwierige persönliche Themen und so emotionale Zusammenbrüche werden irgendwie öffentlichkeitswirksam dokumentiert.
00:39:27: Aber immer auch mit so einer Forderung verbunden, die sich dann immer so anhört wie Unshame entstigmatisieren normalisieren.
00:39:35: irgendwann habe ich bald... Ich hab mich da so halt drüber aufregt.
00:39:38: Irgendwer meinte halt so es ist okay wenn du es heute nur geschafft hast, Duschen zu gehen und dir die Zähne zu putzen.
00:39:45: Du kannst trotzdem stolz auf dich
00:39:47: sein.".
00:39:48: Ich weiß nicht, ob das der richtige ... Also ich verstehe die Intention der Person, dass es da irgendwie um schwierige Depressionen geht.
00:39:56: Aber ich weiß nicht... Ob das der Weg ist?
00:40:02: Man normalisiert ja auch einfach die Gewalt, die die Gesellschaft einem antut.
00:40:07: Das ist dann eben halt auch eben ... Dieser Aspekt.
00:40:10: Dass man so sehr unter der Gesellschaft leidet, dass man es nicht schafft jeden Tag duschen zu gehen?
00:40:16: Das ist ja ein Problem!
00:40:17: Das muss man auch als Problem festhalten und das ist eben nicht okay.
00:40:20: Wir
00:40:20: können jetzt auch mal ganz privat werden... Was würdest du unschämen oder normalisieren?
00:40:27: Also ich müsste normalize eine Screen-Time von acht Stunden an Tag.
00:40:35: Einschäme händig sucht.
00:40:38: Normalize Schweiß im Gesicht mit T-Shirt oder Police abwischen.
00:40:47: Und nicht jedes Mal sich irgendwo eine Serviette holen und ein Taschentuch, wenn man schwitzt.
00:40:51: Das ist glaube ich die Sache, wo ich normalisieren würde gerne.
00:40:55: Womit ich auch angefangen habe das zu normalisiern?
00:40:58: In diesem Podcast bei jeder Aufnahme normalisiere ich für meinen Recht den Schweiß mit meinem T-shirt abzuwischen!
00:41:06: Gut wie auch immer...
00:41:10: Ja, und gleichzeitig wird aber auch das Leiden zu so einer Performance verdinglicht.
00:41:15: Also es ist auch so ... Man hat so das Gefühl, leiden wird nur als Leiden anerkannt wenn man weint.
00:41:20: Wenn
00:41:20: man all
00:41:21: diese erwartbaren Performance-Steps von irgendwie einem Leiden hat.
00:41:26: Aber ganz viel Leiden sorgt ja gerade dafür dass man nicht weinen kann.
00:41:30: Und eben da fängt das eben halt auch in so eine Performance zu werden Neunzurichtung, dass es irgendwie so ein Schämen gibt.
00:41:41: Wenn man halt nicht weint.
00:41:43: Dass quasi weinen wie du kannst nicht weinen bei traurigen Filmen?
00:41:46: Ja und ganz viel ... Aber ja!
00:41:48: Und ich weiß nicht, ich glaub auch so ganz viel so reaktionärer neurechter Content spielt eben damit normalerweise, dass ich zehn Stunden arbeiten gehe und nicht heulen will und das in Ordnung finde.
00:42:01: Normalerweise, da ist sich mein Vater leider
00:42:03: liebe.
00:42:04: Ja, irgendwie sowas.
00:42:05: Aber ja, es gibt eine Sache an der empfinde ich die größte Unlust.
00:42:10: Und da bin ich wirklich einfach nur so halt die Fresse, und das ist wirklich linkspopulistisch bei linkspopulistischer Kritik.
00:42:17: Ich kann mir das nicht anhören.
00:42:20: Jetzt gar nicht im Privaten, weil man kann aufgrund dessen immer ein interessantes Gespräch führen aber von bestimmten Leuten, die einen sehr hohen Output haben.
00:42:30: Weil ich denke mir so ihr könnt nicht so'n Grindset kritisieren, ihr könnt irgendwie eine gesellschaftliche ... Fokus auf Produktivität, so was wie das halt auch.
00:42:40: Zum Beispiel hat's Vierempfänger dass die als Faule und Schmarotzer und sowas gebrannt markt werden wenn man selber halt solche Macher ist und so einen krassen Output hat und jede Woche mehrere Folgen an Podcasts veröffentlicht jedes Jahr irgendwie ein Buch auf Tour geht, unzählige Vorträge gibt in TV-Formaten auch noch Auftritt.
00:43:03: Also basically ist meine Kritik wie kann man ein Linker sein mit einem iPhone?
00:43:14: Aber mir geht es gar nicht quasi um diesen Widerspruch dass wir halt alle arbeiten müssen im Kapitalismus und dass man halt irgendwie sein Geld irgendwie verdienen muss sondern das hat eben über gesellschaftliche Zurichtungen die ganze Zeit gesprochen wird aber die eigene Zurichtung eben unthematisiert
00:43:28: bleibt Ja, und vor allem eben man halt auch dann hier auch umweg ignoriert dass man selber ja Spaß daran zu haben scheint über seine Grenzen hinauszugehen.
00:43:37: Über die Belastbarkeit hinauszugehend Trotz hat irgendwie Zusammenbrüchen weiterzumachen Und das man ja auch eine Freude daraus zieht und das ja eigentlich gerade der spannende wäre Wieso hat uns eine Gesellschaft dazu gemacht Dass wir nicht genug haben Obwohl wir komplett im arsch sind so dass Dass das das Spannende wäre, aber das kann eben nicht gesehen werden.
00:43:58: Weil man sich nie mit der eigenen Zurichtung auseinandersetzt, nie thematisiert wird was man sich antun muss um all das zu machen was du gerade aufgezählt hast
00:44:07: Wenn es thematisiert wird dann halt in so einer krassen ironischen Distanz die mich einfach gar überhaupt nicht erreicht und wo ich mir einfach nur denke also wo ich einfach nur Mitleid empfinde mit den Leuten oder halt dann in so einem extrem dramatisch öffentlichen Zusammenbrüchen Also die natürlich im Empfinden des Einzelnen eben total real sind, aber halt dann auch durch dieses ... Die Öffentlichkeit eben noch mal ... nochmal vergrößert werden.
00:44:37: Und ja, verwertet werden?
00:44:38: Unverwertet werden!
00:44:40: Es ist vor allem...
00:44:41: Weil du wirst dann so menschlich und so relatable, weißt du das ist so dass das lieb ich so an dir Valentin.
00:44:47: Dass du einfach ... Du sprichst halt über diese Dinge.
00:44:50: Vor allem ... macht man ja auch quasi seinen eigenen kapitalistischen Zyklus durch.
00:44:56: Es gibt diese Produktivität und dann kommt halt eben die Krise in die Depression, es bricht zusammen und dann erfindet man sich neu in der Krise mit einer neuen Innovation und der Zykluß geht halt von vorne los.
00:45:08: so das ist eins zu eins der kapitalisten Wirtschaftskreislauf.
00:45:12: Ich fühle so anstatt mit Friedrich Merz zu obsessen musst du den Friedrich-Merz in dir selber mal versuchen zu erreichen.
00:45:22: Auf jeden Fall!
00:45:23: Und ich hab das richtig doll gespürt bei den Podcastern Wolfgang M. Schmidt und Ole Niemann, weil ich Mega-Fan vom Podcast Wohlstand für alle war.
00:45:34: Als ich zum Beispiel in der Gastdroge gearbeitet habe hat unsere Schicht immer morgens angefangen, hab' ich immer mit einer Kollegin morgens angefangen und wir haben mal zusammen Podcasts gehört in der Küche.
00:45:42: Die hab ganz oft Wohlstände für alle angemacht Ja, auch so ein bisschen über die Lage bei uns im Betrieb gesprochen.
00:45:52: Ich hab den super vielen Freunden empfohlen und hab auch die Filmanalyse von Wolfgang Emsch mit mir gerne angehört.
00:45:58: Aber irgendwann kamen so'n Schifft ... Plötzlich hatten die so viele Formate und haben zu so viel unterschiedlichen Themen gesprochen.
00:46:07: Jede Woche sind drei Sachen rausgekommen.
00:46:10: Dann geben sie noch Vorträge, dann irgendwie sind sie regelmäßig im Fernsehen mittlerweile Und das alles, ohne ... Also mit so einer Slicken-Performance.
00:46:23: Mit so einer krassen Maske.
00:46:25: Dass ich gar nicht konnte als so ein Gefühl zu denen zu bekommen, die sind irgendwie nicht mehr menschlich für mich.
00:46:33: Die
00:46:33: wurden halt wie Politiker, die waren allklatt und man wusste irgendwie für was sie stehen.
00:46:39: aber... Sie hätten auch für was anderes stehen können.
00:46:42: Und ich glaube, gerade bei Ohl und Wolfgang passt es dann auch besonders auffällig weil die von ihrem Habitus in ihrer Ästhetik halt nicht so... Und das habe
00:46:51: ich an denen gelitten.
00:46:51: Ich hab das so gemacht und wirklich die Enttäuschung ist ein bisschen real, weil ich war mega der Ole-Fan immer!
00:46:58: Und ich hatte richtig tolle Gefühle zu dem wie mein kleiner Cousin.
00:47:02: Du bist so der kleine Cousen, der VWL studiert und ich war so, hey da ist so, yeah go Ole!
00:47:08: Ich bin dein Fan, so wie ich der Fan von meinen Cousins bin und alles was sie machen und dann entwickelt sich dein Cousiner plötzlich weiß Ich hatte das Gefühl, bei Ole hatte ich exakt das Gefühl als ob dein Cousin zur Jungliberalen geht.
00:47:19: So hat sich dann seine Entwicklung angefühlt und ich war so ... weiß ich nicht, habe ich es nicht so kommen sehen?
00:47:25: Ich dachte irgendwie, dass du lustig bist und nicht zynisch!
00:47:29: I hate to say i told you so... Ich verstehe das halt auch wirklich total.
00:47:37: Man merkt das auch bei ganz vielen anderen Leuten.
00:47:40: Ich hab immer wieder Leute gut gefunden Auch so Musiker, sonstwas.
00:47:45: Und irgendwann hat man gemerkt ... dass halt diese Performance overwhelming wurde.
00:47:51: Weil sie sich dafür entschieden haben davon zu leben was ich auch gar nicht harten will.
00:47:55: aber dadurch mussten die noch viel mehr neben der Mucke machen.
00:47:58: Da mussten sie noch hier da sitzen
00:48:00: und auf einmal
00:48:01: hast du das Gefühl es passt doch irgendwie nicht mehr.
00:48:05: Das worum es mir eigentlich ging ist so verloren Total breit.
00:48:09: Und dann, gerade wenn es so eine Grindset-Kritik kommt ... Dann ist das auch so?
00:48:15: Die Musiker leiden ja auch darunter.
00:48:17: Ein ganz prominentes Beispiel war Kot Cobain, der ist mega daran zerbrochen, dass Leute die er persönlich nicht gemocht hat seine Musik gehört haben und ihn feiert haben und seine Band.
00:48:28: Guck mal, gleichzeitig bin ich aber ... Gleichzeitig hasse ich aber auch Leute, die megafame sind und sich irgendwie so ... dafür schämen oder irgendwie, und ich denke mir so her enjoy the money.
00:48:39: Enjoy the
00:48:40: opportunities.".
00:48:41: Und so man kann's ja ... Ja, man kann es mir natürlich nicht richtig, mir nicht recht machen.
00:48:46: aber genau bevor jetzt der Vorwurf kommt an diesen nichts nützigen Podcasts dass wir wieder mal Linkspopulismus oder die Linkspartei oder sonst wen einfach nur haten mache ich jetzt mal hier einen krasses Geständnis.
00:49:04: Und zwar mein Hate gegen Linkspopulismus kommt daher, dass ich mal eine Zeit lang als Kampänerin gearbeitet habe, als Organiserin bei einer dezidiert sehr linken Organisation ja mich diese Zeit einfach sehr stark geprägt hat.
00:49:18: und zwar hab' ich vor einigen Jahren im Gewerkschaftskontext als Organiserin, als Gewerkeschaftsorganiserin gearbeitet.
00:49:24: und genau das kann man sich so vorstellen, Kampagnen gibt oder es steht wie eine Tarifrunde an.
00:49:32: Und man als Organiserin in die Betriebe reingeschickt wird und quasi die Belegschaft ... Eigentlich die Beleggenschaft dabei unterstützen möchte, sich zu organisieren.
00:49:41: Genau!
00:49:42: Aber unterstützt man die Belegehaft wirklich?
00:49:44: Naja... Also ist ja nicht so, als ob die Belehung eingerufen hat.
00:49:52: Sondern dass man ... Ich weiß ich jetzt nicht, ich weiss auch nicht so ... tief drinnen und kennen jetzt auf der Organisations-Ebene natürlich nicht, wie es so abläuft.
00:50:03: Aber natürlich denkt man sich so hier ist eine Möglichkeit einen Betrieb größtenteils gut zu organisieren und wir gehen da jetzt rein und ja... Es ist schon mehr so.
00:50:14: wir organisieren den Betrieb als die Leute organisieren sich selbst und wir stellen die Weichen dafür.
00:50:23: aber da habe ich halt eben ein paar essentielle Erfahrung gemacht.
00:50:27: In der Zeit, wo ich als Gewerkschaftsorganiserin gearbeitet habe, hab ich extrem viel Zuspruch bekommen.
00:50:33: Leute dachten echt so, ich tue die wichtigste Arbeit auf der Welt, weil ich halt Arbeitskampf ermögliche.
00:50:41: Bei mir ja auch!
00:50:42: Ich und ein paar Friends, die dich über Insta mitbekommen haben ... Wir fanden es gut, dass du nicht mehr eine postmodernen Antiraflose in die Welt besorgnet hast sondern jetzt wirklich Arbeiter organisierst.
00:50:55: Genoss den Eicheln.
00:50:59: Für mich war das auch eine richtig gute Möglichkeit, weil ich hatte ein Jahr zuvor meinen Abschluss gemacht und wusste nicht in welche Richtung ich gehen möchte.
00:51:09: Damit hab halt in der Gastro gejobbt.
00:51:12: Da kam mir diese Möglichkeit.
00:51:14: im Zuge von Corona gab es eben eine großflächige Organisation der städtischen Krankenhäuser in Berlin.
00:51:21: In dieser Kampagne war ich dann ca.
00:51:23: einen Jahr als Organiserin mit dabei.
00:51:26: Mir ist aber sehr schnell aufgefallen, dass wir eben die Belegschaft im Krankenhaus organisieren.
00:51:33: unter uns Organiseren.
00:51:34: gar keine Form der Organisierung gab im Betrieb.
00:51:40: Und ich bin halt mit sehr großen Hoffnungen in diesen Job reingegangen, ich dachte, ich arbeite mit supercoolen Leuten zusammen und es war auch so an einer super coolen Sache.
00:51:48: aber das ist halt die Erfahrung, die ich gemacht habe, dass sich dann irgendwie so verselbstständig die Sache ... Das ist nicht mehr, dass die coolen Leute, mit denen man zusammenarbeitet oder sowohl auf Seiten der Belegschaft als auch bei uns damals im Gewerkschaftskontext, dass die immer weiter in den Hintergrund gerückt sind.
00:52:08: Weil so viel wichtiger war das man die Sache voran bringt und dafür musstest du halt alles geben.
00:52:14: also es gab gar keine richtigen festen Arbeitszeiten Es gab kaum eine Kontrolle wieviel wir gearbeitet haben.
00:52:20: ich bin auch zu den Nachtschichten ins Krankenhaus gegangen um wenn ich da den Moment gesehen habe, dass sich da leichter Gespräche mit Belegschaften führen konnte.
00:52:28: Weil dann halt weniger los ist auf dem Station als zum Beispiel zu so einer Spätschicht wo niemand Zeit hat mit mir zu reden.
00:52:37: Und ja, das ist irgendwie nie genug war.
00:52:39: Man konnte nie genug ... man hat nie mit genug Leuten gesprochen.
00:52:42: Man hat nie genug neue Verdi-Mitgliedschaften abgeschlossen.
00:52:46: Es kamen nie genug Leute in die Treffen, die man organisiert hat.
00:52:51: Genau es wurden nie genug Stationen geschlossen.
00:52:53: Das konnte immer mehr sein.
00:52:54: Es gab nur so ein konstantes Gefühl von, es muss irgendwie so mehr sein und das ist alles gerechtfertigt weil's für die Sache ist.
00:53:01: Und das hat halt bei mir nicht dazu geführt dass ich sauer geworden bin oder dass ich war so, das geht so nicht.
00:53:09: Obwohl ich halt gesehen habe wie super viele Kolleginnen und Kollegen auch super schnell gekündigt haben also es gab einen unfassbaren Verschleiß an jungen motivierten Linken sondern es hat halt dazu geführt, dass ich mir krass die Vorwürfe gemacht hab warum ich's einfach nicht hinbekommen habe diesen Job in dem maße auszufüllen wie ich dachte dass ich es muss um erfolgreich zu sein weil dieser job ist doch alles ist doch perfekt.
00:53:35: Es ist irgendwie ein sinnvoller Job.
00:53:37: Ich krieg mega viel Anerkennung, ich muss doch eigentlich mega viel Sinn daraus
00:53:41: ziehen.".
00:53:42: Und du bist selbst schuld, dass das nicht tust?
00:53:43: -"Und ich bin selbst genau!
00:53:45: Und es hab' ich auch
00:53:45: geglaubt!".
00:53:46: So Rückblicken denke ich mir so, nee.
00:53:49: Ich hab halt schon super schnell einfach auch gemerkt, dass ich auf der Suche nach Menschenmaterial war für die Kampagnen!
00:53:55: Also es war total krass!
00:53:57: Man ist richtig so... welche Pflegerinnen oder welchen Pflega können wir zu welchem Interview schicken?
00:54:01: Wer kann gut sprechen?
00:54:02: Wer ist sympathisch?
00:54:04: und am Ende haben Haben wir aber den ja auch irgendwie ... Also, waren's halt immer nur dieselben Sätze.
00:54:09: Die gesagt wurden dieselbe Forderung.
00:54:11: Irgendwann erschien das alles noch so hoch und gleichzeitig ist intern.
00:54:15: Hab ich so viele Kollegen kommen und gehen sehen.
00:54:19: Und hatte gar keine Zeit, dass alles zu verstehen was um mich herum passiert.
00:54:23: Und hab irgendwie nur damit gestruggelt, mich selber zu managen, dass ich es schaffe diesen Job für die gute Sache zu machen genau.
00:54:31: Vor allem ist es hier auch ein Fake-Gespräche führen.
00:54:35: Also, weil du hast das gerade ein paar Mal gesagt.
00:54:37: Du hast geguckt wo du am besten Gespräche führen kannst.
00:54:39: Nee, dass du dich nicht... Sagen keine... Ne, sondern keine Fake-Gespräche!
00:54:43: Okay.
00:54:43: aber wenn du dann gleich sagst ich habe quasi nach Leuten spezifisch gesucht.
00:54:49: Gut nicht Fake-gespräche.
00:54:49: vielleicht werde ich gar nicht hinaus Aber es gibt ja quasi einen Unterschied wenn du mit Leuten redest und ernsthaft was die sagen Was sie brauchen reflektieren kannst oder wenn du eigentlich nur
00:55:01: Ein Ziel, ich hab einfach
00:55:02: nur ein Ziel.
00:55:03: Du hast ja quasi schon ... Du wusstest ja schon was die brauchen?
00:55:05: Das überlegt, wie du es denen verkaufen kannst!
00:55:07: Ja ganz genau.
00:55:08: Und
00:55:08: das meine ich halt mit so... Das Ende war halt nicht offen der Gespräche so.
00:55:12: Du bist nicht hingegangen und hast dir erst mal irgendwie angehört, sondern für dich waren auch Pfleger uninteressant, die keine Probleme hatten Die wurden ja uninteressant, die nicht das Bedürfnis in irgendeiner Form von Organisierungen haben.
00:55:24: Nee, das sind eigentlich die richtig Interessanten gewesen.
00:55:26: Okay.
00:55:29: Natürlich wollten wir so eine Basis aufbauen, dass es ganz klar ist, dass man sich organisieren muss.
00:55:37: Eine richtig wertvolle Sache, die ich in diesem Job gelernt habe und auch jedem Link an die Hand gebe ... Wenn du wirklich irgendwas reißen willst, dann geh nicht zu den Kollegen hin die eh schon links sind und eh schon die ganze Zeit die Sachen preaching.
00:55:52: Weil wenn ein Kollege seit drei Jahren versucht seine Kollegen zum Streit zu motivieren, dann kriegt er es einfach nicht hin.
00:56:02: Don't even try it with him, sondern geh nach anderen Parametern als wer hat die richtige politische eh schon die richtige Politische Gesinnung.
00:56:10: Das ist wirklich einfach die beste Sache, die ich im Organizing Job gelernt habe.
00:56:14: Aber klar und das war natürlich auch Thema da.
00:56:18: Na ja, man sollte das nicht so sehen wie dass wir den Leuten irgendwas verkaufen.
00:56:21: Wir wollen die Arbeitsbedingungen besser machen.
00:56:23: also es ist ja objektiv schlecht!
00:56:25: Die Leute leiden ja obaktiv und haben einen Plan um es besser zu machen und da glaube ich auch dran natürlich von nichts kommt auch nichts.
00:56:33: aber irgendwie ich dachte halt so Es würde für mich viel mehr Sinn machen wenn ich eine Wenn.
00:56:40: Ich hat mir total gewünscht.
00:56:41: als ich in diesem Job war habe ich mir nur gewünschte ich wünsche ich wäre gerade eine Pflegerin und müsste einfach nur für meine eigenen Arbeitsbedingungen einstehen.
00:56:51: Aber als Gewerkschaftsorganising konnte ich nicht für meine eigene Arbeitsbedienung einstehnen, da habe ich mich ... Und ich glaube das... Da für diesen Denkprozess gab es keinen Raum und den hätte ich gebraucht damit ich meine Arbeit halt wieder irgendwie mit Überzeugung machen kann.
00:57:14: Das ist ja auch ähnlich wie politische Parteien junge Leute verschleißen.
00:57:20: Weil natürlich brauchen die bei jedem Wahlkampf, bei jedem Dienstdassenhaufen Leute und die werden ja auch einfach verschleißt und da gibt es eben auch keinen... Also du kannst ja nicht irgendwie bei besseren Arbeitsbedingungen im Wahlkampf kannst du ja nicht einklagen weil du musst ja jede Sekunde dieses Wahlkamps nutzen und gerade die letzte Woche musst du ja rund um die Uhr auf der Straße sein und das ist halt eben auch so.
00:57:42: Kein Raum, um genau diese Fragen zu stellen.
00:57:44: Die man eigentlich behauptet gesellschaftlich Stellen zu wollen im Fall von linken Parteien.
00:57:49: Voll und ich glaube halt... Ich bin halt so deshalb hinter diesen ganzen Slogans organisiert.
00:57:56: Ich mach was für die Sache weil ich hab mich halt einfach... Ich habe das irgendwie gemacht damals Und ich habe es auch sehr gut gemacht.
00:58:05: also Ich hab nicht daran gelitten, dass ich in dem Sinne eine schlechte Organiserin war.
00:58:09: Dass ich keine Leute organisiert bekommen habe.
00:58:13: Im Gegenteil ... Viele von meinen Kolleginnen haben es irgendwie oder viele Menschen haben einfach, glaub ich, nicht verstanden, warum ich so doll darunter gelitten hab.
00:58:22: Du bist eigentlich eine gute Organiserin!
00:58:24: Weil die Leute
00:58:25: reden richtig gerne mit dir und du schaffst das irgendwie mit den Leuten in Kontakt zu kommen.
00:58:31: Und das ist halt so mit das Schwierigste.
00:58:34: Ich hab mich sehr doll an den Leuten orientiert, die's meiner Meinung nach geschafft haben.
00:58:39: Die halt richtig krasse Gewerkschaftsorganiser waren, die diesen Job irgendwie so verinnerlicht haben und nicht dran gezweifelt haben ... Und die auch eine
00:58:48: Arroganz
00:58:48: ausgestrahlt haben, in dem Moment so bewoh- also so wie ich so war, oh I want this!
00:58:54: Bei denen halt die Zurichtung so weit funktioniert?
00:58:56: Die auch dann diese Selbstsicherheit haben sich auf diese Zurichtungen verlassen zu können.
00:59:01: Das kommt ja auch in solchen Momenten.
00:59:03: Wenn deine Zurichtung eine gewisse Zeit funktioniert, dann gibt dir das so eine Sicherheit, weil du weißt was du tun musst damit du die Anforderungen erfüllen kannst.
00:59:12: Dass also im Kauf genommen haben diese gewisse Zurichtungen, die es braucht ist halt in jedem Job so.
00:59:18: Also jetzt nicht spezifisch das aber genau irgendwie.
00:59:22: ich habe mir immer gedacht Und da kommen wir halt so ein bisschen zurück auf dieses, warum ich halt auch diese ganzen linkspopulistischen Influencer und deren ganzen Takes.
00:59:30: Warum ich das einfach nicht ... Warum ich da so allergisch drauf reagiere?
00:59:33: Ich hab damals schon währenddichter gearbeitet, hab immer gedacht, wenn das alles keine dezidiert Linken wären, dann würden die alle bei McKinsey arbeiten.
00:59:43: I know what i'm talking about, weil viele mit denen ich studierte aber arbeiten jetzt for the big four!
00:59:49: Ich
00:59:49: glaube, dass trifft's ja auch irgendwie ganz gut, Meine persönliche Kritik am Lininismus ist ja auch immer, dass der Lininismus keine Kritik an dem System ist sondern lediglich eine Ideologie ist wie man halt irgendwie zur Herrschaft kommen will.
01:00:03: Und dann behauptet man das System Moana zu machen.
01:00:06: ob einem das gelingt oder nicht finde ich erst mal sekundär Tatsache.
01:00:09: sie wollen zur Herrschaff gelangen und die Bolsheviki waren vor allem in einer Klasse von klein bürgerlichen Intellektuellen am Anfang der Revolution in der Sowjetunion die sich an die Spitze der Arbeiter gestellt haben.
01:00:20: Die Arbeiter haben nicht gereicht, deswegen hat man noch die Bauern ins Boot geholt.
01:00:23: Obwohl die Baueren vollkommen individualistische Klasseninteressen hatten und fast schon ihr bürgerlich waren.
01:00:29: Und diese Idiot... Das macht ja auch den Leninismus halt so attraktiv für den Linkspopulismus, für irgendwelche krassen Overwork-Organisers, die wie du meintest eher so trotz kistisches Spektrum waren.
01:00:44: Und er funktioniert einfach hervorragend als Ideologie, weil du sagst okay wir müssen jetzt alles zusammen machen um diese Mechanismen den Weg zu leiten und dabei ist der einzelne Mensch halt eben auch gar nichts wert.
01:00:55: Die Proletarier waren für die Lininismus-Menschenmaterialung an die Macht zu kommen.
01:00:59: und so sind halt doch eben die Leute die Gewerkschaftsorganisieren mit Linismus machen, die Leute, die sich organisieren wollen Menschenmaterialungen an die macht zu kommen Populismus, die Leute, die man anspricht.
01:01:10: Bloß Menschenmaterial um an die Macht zu kommen?
01:01:12: Weil es gibt ja eben nicht so einen Zuhören!
01:01:14: Man will nicht das Leiden derjenigen berät werden lassen sondern man weiß ja schon was das Problem ist und man weiß doch was die Lösung ist nämlich tritt bei uns ein mach damit oder wähl uns oder hör unseren Podcast.
01:01:26: Genau das hat halt eben auch Simon Weyl so gut auf den Punkt gebracht Als sie eben schreibt, das Unglück eines Arbeiters in der Fabrik ist sogar noch rätselhafter.
01:01:34: Die Arbeiter selbst können kaum jeder darüber schreiben sprechen oder auch nur darüber nachdenken.
01:01:39: Denn die erste Folge eines jeden Unglücks ist, dass das Denken flüchten will.
01:01:44: Es will das Unglück, dass es verletzt nicht betrachten.
01:01:48: Daher wiederholen Arbeiter wenn sie über ihr eigenes Schicksal schwächen meist die Propagandasätze, die von Menschen stammen, die selbst keine Arbeiter sind.
01:01:56: Und ohne zu wissen hatte ich glaube dieser Gedanke, Ich packe es nicht, Organiserin für Pflegepersonal zu sein.
01:02:06: Aber ich könnte mir sehr gut vorstellen selber eine Pflegerin zu sein und mich selber zu organisieren hat ja irgendwie so das widergespiegelt.
01:02:13: nur dass die Realität ist Dass das bei Simone Weil halt nicht mittlerweile nur mehr bei den Fabrikarbeitern ist sondern eben auch bei hoch ausgebildeten intellektuellen Leuten, die aus einem Soziologie-Studium kommen.
01:02:29: Genauso diese Verunmöglichung das eigene Leid ... Die eigene Zurichtung sich zu betrachten, weil das Unglück eben so groß ist.
01:02:38: Weil dieser Druck so heftig ist, dieses Selbstschuld wie du sagst, es nicht etwas, dass ich mir so ... Das stimmt nicht!
01:02:46: Ich brauche einfach nur ein anderes Mantra, sondern es ist so tief.
01:02:49: Man leidet so darunter und man ja ...
01:02:53: Das macht ja dann halt auch den Linkspopulismus im Kern halt zu neoliberal.
01:02:57: Weil er dieses neoliberale, individualistische Grindset bei all jenigen vertreten hat, die an der Spitze des Linkspopulismus sich stellen wollen und auch stellen.
01:03:05: Ja?
01:03:06: Und es waren so die Tipps, die ich in dieser Organisation bekommen hab.
01:03:10: Glaub einfach mehr an dich!
01:03:11: Du bist doch voll gut, indem du meinst, das ging ... ist halt das was du meinest.
01:03:16: Als ich da gearbeitet habe nie ... Ich glaub, ich hätte ein ehrliches Gespräch gebraucht, aber das ging nicht.
01:03:24: Ich glaube, im politischen haben wir halt so dieses linkspopulistische und in einem literarisch-künstlerischen Kontext beobachte ich wenn es um die Beschreibung oder die Kritik an der Zurichtung geht eine sehr starke Romantisierung von Unterklassen- und Gastarbeiterzurichtungen.
01:03:43: Meine Friends und ich haben da einen Klausel dafür gefunden, eine Metapher nämlich die Hände meiner Mutter.
01:03:51: Was ist mit den
01:03:52: Händen deiner Mutter?
01:03:53: Ja, dieses Bild.
01:03:55: Die Hände meiner Mutter und die tiefen Falten, die die harte Arbeit in den Fabriken Westdeutschlands bei ihr hinterlassen haben also so ...
01:04:06: Deine Mutter hat ja volle gepflegte Hände!
01:04:08: Ich weiß,
01:04:08: dass sie auch nie in einer Fabrik gearbeitet
01:04:11: hat.
01:04:11: Aber meine Oma!
01:04:14: Das ist halt ein bisschen eine Art von mittlerweile... ästhetische Produktionen gibt, die sich auf diese Gastarbeitererfahrung bezieht und irgendwie die Opfer, die unsere Großeltern erbringen mussten.
01:04:31: Die harte Arbeit, dass man die schon auch irgendwie kritisiert Deutschland hat, die ausgenommen Deutschland die Drecksarbeit machen lassen, die in Deutschland niemanden machen wollte.
01:04:41: Aber irgendwie ist man halt auch stolz auf die und die haben es ja auch zu was gebracht weil ich schreibe jetzt gerade diesen Text.
01:04:47: Ich habe einen Podcast.
01:04:50: Also im Endeffekt verkauft man ja auch eine Vor- also die eigene Zurichtung oder die Zurichtung der Eltern als widerständig obwohl ihr Zurichtungen genau das Gegenteil von Widerständigkeit ist nämlich Anpassung
01:05:02: Heavy!
01:05:03: Deutschrap is nicht wieder ständig?
01:05:05: Nee, Deutschrap ist kleinbürgerliche Ideologie.
01:05:08: Da hab ich eine Hausarbeit drüber geschrieben.
01:05:11: Nee und das ist vor
01:05:12: allem halt ...
01:05:13: Und aber du trist genau den Punkt.
01:05:15: Deutschrap spielt nämlich genau damit.
01:05:16: Deutschrep
01:05:18: macht
01:05:18: einen identitären Standpunkt und damit macht er etwas an sich total Bürgerliches und verkauft es als Widerständiges.
01:05:25: Aber wenn Proletarier den Aufstieg zum Bürgertum schaffen dann sind sie nicht widerständig sondern einfach nur Kleinbürger Was zufälligerweise auch die Klasse war, seit der Faschismus sich rekrutiert hat.
01:05:35: Aber lassen wir das!
01:05:36: Und genau das passiert halt hier eben auch so.
01:05:38: es findet einen Klassenaufstieg statt und der Klassenausstieg wird als Akt der politischen Rebellionen gesehen.
01:05:44: und das ist er halt einfach nicht weil's ist einfach nur ein individueller Klassen-Aufstieg.
01:05:54: Diese Erzählung, ich hab ein Buch rausgebracht oder einen Top-Ten-Podcast.
01:05:59: Obwohl meine Deutschlehrerin nicht an mich geglaubt hat.
01:06:04: Niemand hat an mich geglaubt und ich habe zu was gebracht!
01:06:09: Jetzt nicht unbedingt mit dem Matze.
01:06:10: Bei Deutschreppern ist halt so, ich hab ein Labelvertrag mit Stis und dann halt irgendwie so ja ... Ich habe einen Buch bei Ruhwold rausgebracht oder irgendwie.
01:06:18: meine Texte sind jetzt Teil von einem Deutsch-Leistungskurs.
01:06:23: Und ich verstehe die persönliche Freude darüber mega!
01:06:26: Und ich finde da also so nothing but respect.
01:06:31: das ist etwas ... Schönes und was Tolles, wenn man etwas geschaffen hat, worauf sich andere beziehen.
01:06:37: Diese Freude haben wir auch im Podcast aber ich glaube ... Niemand hat an mich geglaubt.
01:06:43: Ich weiß nicht, ich denk mir manchmal so... Du bist besser als diese Erzählung?
01:06:48: Ja!
01:06:50: Es ist natürlich auch gemein, wenn du bei denen ansetzt, bei denen die Lage objektiv am beschissensten ist.
01:06:55: Also genau da die Zurichtung zu kritisieren wo die Leute wirklich am Boden der Gesellschaft sind Das ist zum Beispiel auch ein Vorwurf.
01:07:02: Und
01:07:02: dann will man den noch das Trash TV wegnehmen?
01:07:05: Dann will man denen auch noch das Strashtv nehmen oder die kleinen Freunden, oder die Zurichtung...
01:07:09: Oder Primark!
01:07:12: Genau darum geht es uns natürlich nicht.
01:07:15: Irgendein Leuten, die kleinsten Freunden wegnemen.
01:07:17: Darum ging's z.B.
01:07:18: auch Adorn und ich, auch wenn ihm das häufig vorgeworfen wurde, dass er mit seinem Kulturlustrie Kapitel eine klassistische Kritik an der Massenkultur hatte.
01:07:26: Es geht viel mehr darum aufzuzeigen Wie furchtbar diese Gesellschaft sein muss, dass Trash TV um Primarkt oder andere Dinge die einzigen Freuden sind.
01:07:35: Die Menschen gelassen werden in dieser Gesellschaft?
01:07:38: Ja!
01:07:38: You all deserve better und ich glaube da geht es mir halt auch so ein bisschen bei diesem.
01:07:45: ja niemand hat an mich geglaubt und jetzt habe ich irgendwie so einen Buch rausgebracht wo wir alle wissen wie scheiße Vorauszahlungen für Autoren sind, wie prekär das alles ist.
01:07:59: Also man lebt halt nur noch von diesem Image ... Von Autorenschaft oder halt irgendwie so... Ich denk mir halt so verdienen wir doch mehr als nur diese symbolische Anerkennung, dass man irgendwo eingeladen wird oder einen Vertrag bekommen hat.
01:08:17: So es kann's ja nicht sein!
01:08:19: Das is kein Erfolg.
01:08:20: also
01:08:21: Wir wollen keinen Stück vom Kuchen und die ganze Bäckerei
01:08:24: Und deshalb setzen wir halt auch in dieser Folge, jetzt haben wir aber schon noch so die anderen Leute ein bisschen ankritisiert.
01:08:31: Eigentlich wenn wir halt konsequent sind müssen wir halt eben bei uns bleiben und ich glaube das haben eben auch dieses eben das Adorno-Zitat und auch das Zitat von Simone Weil gezeigt oder auch dieser ganze Punkt, dass sich die gesellschaftliche Zurichtung nur im individuellen Leid in der individuellem Krise veräußert und begreifbar machen lässt.
01:08:50: Wenn wir das halt ernst nehmen dann müssen wir halt irgendwie anfangen über unsere Zurichtungen zu sprechen.
01:08:54: aber Das ist halt eben nicht nur schwer weil sich dem eigenen Unglückzustellen eben so schmerzhaft ist sondern eben auch Weil man halt auch denkt ich habe ja eigentlich auch gar kein Recht darüber zu reden weil mir geht es ja auch eigentlich gut Und bei mir hat das eben so Züge angenommen irgendwie in so eine Gastarbeiterpsychose reingesteigert hab, obwohl ich selber ja nicht wie eine Gastarbeitakind aufgewachsen bin.
01:09:20: Meine
01:09:20: Mutter hat die eben gepflegte
01:09:21: Hände.
01:09:22: Genau also so ... Ich wurde halt mit Mercedes in die Schule gefahren und habe halt irgendwie noch ... Bevor ich in die Grundschule gekommen bin, habe ich irgendwie privaten Englischunterricht bekommen.
01:09:31: Weil mein Vater das wichtig fand, dass seine Kinder gutes Englische sprechen weil er früh verstanden hat, dass es eine Form von Kapital ist und ich glaube der fand auch immer Englischt richtig cool In any ways.
01:09:44: auf jeden Fall hab ich aber dann irgendwie zu dieser Zeit, wo ich so am heftigsten diese identitätspolitischen Takes gehauen habe und mich am allermeisten mit Privilegien und Rassismus und gesellschaftlicher Gewalt auseinandergesetzt hab.
01:09:58: Habe ich am wenigsten wahrnehmen können, woher ich eigentlich komme, wer ich eigentlich bin?
01:10:03: Und mich halt irgendwie in so dieser Legacy von Gastarbeitern gesehen die halt unter den widrigsten Umständen ...
01:10:13: Michelle Obama und Beyoncé gesehen?
01:10:15: Nee, also ich war in der Legacy von denen.
01:10:19: Aber hab mich halt so gesehen als ob ich in der legacy von meiner Oma bin die im Krankenhaus geputzt hat ... In Köln.
01:10:25: Und ich glaub das liegt auch daran dass es wenig Identitätsangebote für eine junge ... gute, junge intellektuelle Türken gab in Deutschland.
01:10:36: Ich wollte halt irgendwie so kein Togotronic-Girl sein.
01:10:40: Ich war halt aber auch kein Pferdemädchen.
01:10:42: Ich konnte auch keinen Deutschrap hören ...
01:10:44: Also ein bisschen wie Absilon?
01:10:46: Ja wahrscheinlich kommt daher aus die Überidentifizierung mit ihm genau oder wie du es halt so schön gesagt hast Valentin ich wurde halt im Mercedes zur Schule gefahren und konnte nicht mehr davon träumen meiner Mama einen Mercedes zu kaufen.
01:11:01: Und das ja auch in einer Phase, in der es besonders kritisch ist.
01:11:06: Weil nämlich die Adoleszenzphase eben die Phase ist, in dem man sich so eine Zurichtung sucht und irgendwie diese Zurichtungen mit positiven Aspekten belegen kann, ausschmücken kann... Zeit reininvestieren kann, auch an gerade die Aspekte, die einem Kraft geben.
01:11:22: Wenn man dann so viel arbeiten muss, dass man irgendwie so Hobbys hat, die funktionieren.
01:11:26: Die legt man ja auch in diese Alloszenzphase und legt sich der ja auch irgendwie fest.
01:11:30: Man schafft sich da Ressourcen an, die man später beziehen kann.
01:11:35: It's not a face, Mom!
01:11:39: Genau, ich walte eine junge Linke ... Ich dachte halt, ich lebe irgendwie im Deutschland der neunzehntetachtziger.
01:11:47: Obwohl ich noch nie einen Nazi in meinem Leben gesehen habe
01:11:49: in Köln!
01:11:50: Und ich glaube eben, da ist dann auch der nächste Punkt.
01:11:54: So man erfindet ja ein Glücksgefühl wenn die eigene Zurichtung funktioniert und man die Gewalt nicht spürt, man sich also quasi auch identisch mit der eigenen Zurichtung fühlt.
01:12:03: Also eben gerade auch in der Lyszenzphase wo man halt auch eben so ein bisschen das Schöne der Zurichtungen rausziehen kann, dass genießen kann schafft man ja irgendwie so nostalgische Erinnerungen daran, dass man immer noch dran festteilt.
01:12:15: Ich merke es halt zum Beispiel total wenn ich mich motivieren muss höre ich bestimmte Deutschrap-Alben nichts anderes getan haben als Deutschrap Alben.
01:12:25: Und ich kann so einen Spirit aus dieser Phase machen, der trägt mich dann auch ein bisschen durch.
01:12:29: das Weitere und das ist glaube ich halt eben die wichtige Rolle, die so eine Adlizenzphase spielt, auch für das spätere Erwachsenenleben, weswegen man auch besonders natürlich leicht die Dinge verteidigt, die Leute dessen.
01:12:41: also wenn jemand halt irgendwie Max Herred ist, dann geht mir schon das Mess in der Tasche auf.
01:12:48: Es reicht uns dabei halt eben nicht, dass diese eigene Zurichtung uns produktiv macht als ein Tauschwert besitzt.
01:12:53: Also du meinst Geld damit?
01:12:55: Sie muss uns auch erfüllen.
01:12:56: es braucht also auch einen Gebrauchswert aus dem wir etwas ziehen können.
01:13:00: Das ist sprichwürdige Grund warum wir morgens aufstehen und mir fällt zum Beispiel meine aktuelle Zurichtungen vor allem deshalb auf weil mir die Arbeit allein nicht so viel Gebrauchswert gibt Als dass ich daraus was ziehen könnte und nicht diesen Gebrauchsort irgendwo abseits der Arbeit finden muss, dass ich wirklich irgendwie die Kraft habe diesen Tauschwert produzieren zu können den ich ja auch brauche.
01:13:18: Ich brauche hier auch Geld!
01:13:19: Aber Geld allein macht halt nicht glücklich Valentin?
01:13:22: Oder wie Simon Weyl sagt... Unsere Kritik richtet sich also nicht gegen das Glücksgefühl sondern zeigt wie prekär das Glück im Kapitalismus ist.
01:13:38: Ich glaub, deshalb fällt es mir so schwer mit deiner Lage auch zu relayten.
01:13:42: Weil der Tausch-Wert bei dir grad ganz gut ist und ich mir denke ja versuch doch irgendwie Grabauswert für dich da rauszuziehen weil ... den ich so richtig, richtig gern gemacht habe.
01:13:52: Das war ein Gastrojob in einem frauengeführten Lunch- und Brunchspot der richtig toll war.
01:13:59: Ich hab super gerne dort gearbeitet weil das Essen richtig, wirklich lecker war was wir dort gemacht haben.
01:14:05: es war super frisch und kreativ und hat genau meinen Geschmack getroffen und ich habe genau die Art des Kochens dort gelernt, die ich lernen wollte.
01:14:15: Gleichzeitig war es ein nettes Arbeitsumfeld.
01:14:18: Ich hatte richtig nette Kolleginnen und Kollegen, aber ich konnte nicht so viel Tauschwert rausziehen.
01:14:24: Der Gebrauchswert war sehr hoch für mich.
01:14:25: Der Tauschwert war schlecht, weshalb ich gekündigt habe, weil's die Kohle nicht mehr gestimmt hat.
01:14:32: Diese Suche nach Zurichtung ist immer die Suche danach eine Balance zu finden zwischen diesen beiden Sachen.
01:14:38: Dass das für dich passt ... Nur so kann man eben diese Glücksgefühle empfinden, die man bei der Arbeit empfindet.
01:14:44: Nach denen man sich auch sehnt und sich erhofft.
01:14:47: Gerade diejenigen, die studiert haben sind mit den Versprechen an die Uni gegangen, dass sie meinen Job haben, denen Spaß
01:14:53: macht.".
01:14:54: Und deshalb ist man für eine Sache, für die man brennt, total bereit, sich super viel Gewalt anzutun.
01:15:00: Das habe ich ja so beneidet an den Kollegen im Organizingen, für das es gepasst hat.
01:15:06: Die ganzen Einschnitte dieser Jobs ... mit sich gebracht haben, in Kauf nehmen konnten.
01:15:11: Weil eben genug für die dabei rausgesprungen ist auch ideell und bei mir war das halt nicht der Fall.
01:15:16: Und ich hab einfach mega darunter gelitten ja und war super lange auf der Suche nach diesem einen Job oder nach dieser einen Tätigkeit, der mir so viel ideellen Wert gibt dass ich bereit bin mich in vielerlei Hinsicht einzuschränken zuzurichten.
01:15:36: Zum ersten Mal haben wir auch so ein Titel für eine Folge gehabt, bevor die Folge überhaupt aufgenommen ist.
01:15:42: Oft geben wir den Folgen erst später einen Titel und da war das ja Bekenntnisse zweier gescheiteter Bürgerkinder oder Bekenntnisse zweier Bürgerkindern?
01:15:54: Oder Kids!
01:15:56: Was?
01:15:57: BürgerKids.
01:15:58: BürgerKid.
01:15:59: Genau.
01:16:00: Und ... Das ist ja auch an Anlehnung an den Romanbekenntnisse einer Maske von Yukio Mishima, dem sehr kontroversen japanischen Autor.
01:16:09: Und der er sehr interessante politische Ansichten hat habe bei dem auch so ein zentrales Moment eben so das Selbst als Projekt und es sehr viel um Stärke und Schwäche des eigenen Selbst geht.
01:16:27: war sehr fasziniert von dem Romanbekenntnisse einer Maske und der Person Yukiyomi Shima.
01:16:31: Und ich glaube, das ist halt nicht ohne Grund, weil ich eben diesen Zwiespalt zwischen der eigenen Stärke und der eigenen Schwäche, der sich so in mir manifestiert.
01:16:43: Was wir die ganze Zeit sprechen, nämlich die gesellschaftliche Zurichtung und dass wir beide daran glauben, dass man sich über die eigene Zurichtungen erst mal bewusst werden muss und sich diese anschauen muss Und es sich nicht in dem so eine Einfach machen sollte, einfach nur über die Zurichtung derer zu sprechen.
01:16:59: Die ganz offensichtlich zugerichtet sind.
01:17:02: aber das ist eben die größte Schwierigkeit.
01:17:04: erst und ich empfinde dabei besonders viel Scham weil ich eben das Gefühl habe dass ich sehr wenig Hindernisse im Leben hatte und dass ich mit dem sogenannten goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen bin Und das würde ich auch behaupten, obwohl ich eine Frau bin und obwohl ich dritte Generation Gastarbeiterin in Deutschland bin.
01:17:23: Dass sich einfach in sehr privilegierte Verhältnisse reingeboren wurde und mir sehr viel ermöglicht wurden.
01:17:29: Ich trotzdem nach den Maßstäben und der Erwartungen meines Milieus und meiner Klasse, dass ich schon irgendwie gescheit hat bin.
01:17:37: Und ich mir das schon lange Zeit nicht anders erklären konnte als selbst Schuld so glauben wird.
01:17:46: Und weil ich halt eben diese Zurichtung dadurch, dass sich eben das so viele Weichen gestellt waren in meinem Leben ... Dass ich so viel Unterstützung bekommen habe schon so früh, hab ich eben diese gesellschaftliche Zurichtung vor allem Schule und Studium extrem genossen.
01:18:04: Ich hatte keine Probleme mir Schulstoff anzueignen, ich hatte schon zu Studienbeginn ein Vollstipendium, ich hab einen Auslandsjahr absolviert, ich habe während der Schulzeit Sprachschulen im Ausland besucht irgendwie sehr viele Erfolge feiern können.
01:18:20: Und irgendwie alle waren so super stolz auf mich.
01:18:22: und dann hatte ich irgendwie noch Interessante, hab viel Musik gemacht neben der Schule war, irgendwie politisch interessiert habe auch immer in meiner Freizeit irgendwie Kafka gelesen... ...und hab eben auch die Anerkennung genossen, die mir das halt so gegeben hat oder die fünfzehn Punkte im Deutsch LK.
01:18:39: Und dann kam halt mit Anfang zwanzig eine Depression!
01:18:44: Und ich glaube manche würden dass ich einen Burnout hatte.
01:18:48: Aber für mich hat es sich ganz anders angefühlt, nämlich, dass ich plötzlich überhaupt gar keinen Spaß mehr hatte an den Dingen, die davor meinen ganzen Lebensinhalt ausgemacht haben und die ich davor sehr genossen habe.
01:19:01: Ich hatte Spaß daran viel Verantwortung zu tragen.
01:19:04: Ich war stolz auf mich und ich hatte auch das Gefühl, dass sich das alles so für mich tue und eine spannende Zukunft.
01:19:12: Und hatte natürlich aber immer ... Währenddessen auch diese Erzählung von, ja ich bin halt eben eine Frau und eine Migrantin oder eine Tochter von Migrantinnen.
01:19:23: Und natürlich will ich mit diesen Erfolgen, die ich mache was Gutes in der Welt machen.
01:19:26: als ich wollte irgendwie progressive Politik irgendwie machen.
01:19:31: Damals wollte ich wahrscheinlich irgendwie, hätte ich gerne im Europäischen Parlament für die Grünen gearbeitet.
01:19:37: Oder er hätte unglaublich gern am europäischen Gerichtshof als so legal advisor gearbeitet.
01:19:42: das war so dann irgendwann ein bisschen mein Traum auf den Ich mich einigen geeinigt habe Ja und also ist dann halt alles nicht mehr so funktioniert hat und ich an allem gezweifelt habe und total überfordert war, konnte ich mir das halt einfach überhaupt nicht erklären.
01:20:02: Warum es plötzlich nicht mehr funktioniert?
01:20:05: Ja die hatte ja auch die Sprache gefehlt um das auszudrücken weil ihr irgendwie so das scheitern ja nur als selbst schulderklärbar ist, was ja auch Teil dieser Zurichtung ist.
01:20:15: Also du kannst dich ja auch nur motivieren diesen extra effort die ganze Zeit zu machen wenn der festen Überzeugungen bist dass du mit diesem extra effort das schaffst was du schaffest und wenn es nicht scharf bist du selbst schult
01:20:28: voll.
01:20:29: ich habe auch zum beispiel neben meinem studium an andere studies nachhilfe gegeben weil es mir halt also ich war halt so Klar schreibst du schlechte Noten, weil du ein schlechtes Lernsystem hast.
01:20:38: Und ich hab dann privat noch Nachhilfe gegeben und den mein Lern-System gezeigt ... And guess what?
01:20:43: Die hatten halt dann gute Noten!
01:20:45: Ich
01:20:45: bin so froh, dass ich dich nicht an der Uni kennengelernt
01:20:47: hab.
01:20:47: Ja, aber ich war eine geile Lerninfluencerin geworden.
01:20:50: Ich hatte einfach die geilsten Lernzettel auf der ... Ach, ich war einfach so egal.
01:20:55: Gleichzeitig war für dich auch dein nächster Schritt das ja quasi halt.
01:20:59: auch wenn du das als Burnout gesehen hättest Hätte ihr aufgrund deiner Überzeugung, dass du selbst schuld bist?
01:21:06: Weil das Teil in der Zurichtung war.
01:21:08: Hättest du dich auch als Versagerin abstempeln müssen und deswegen konntest du es erst recht nicht annehmen.
01:21:13: So weil quasi halt eben ...
01:21:15: Ich hab mich aber als Versagerin abgestempelt!
01:21:18: Weil ich ... Es stand dann für mich fest, dass ich nicht zurückgehen kann.
01:21:23: Das stand schon fest.
01:21:24: Also ich bin nicht mehr zurückgegangen.
01:21:27: Danach kam die Zeit, also ich habe da mein Studium zu Ende gebracht und so.
01:21:34: Ernsthafte letzte Versuch war halt eben noch dieser Gewerkschaftsjob, der halt gar nicht für mich funktioniert hat.
01:21:40: Eben innerlich wie gesagt ich war gut darin aber das Innerliche hat nicht gestimmt und es hat bei mir eben eigentlich das nochmal verstärkt mit so krass Ich kann ja gar nichts mehr machen!
01:21:52: Ich bin ja zu gar nix zu gebrauchen.
01:21:55: So krass Mich dass auch überrumpelt habt War das aber auch eigentlich gar nicht Überraschend.
01:22:02: wahrscheinlich, dass so eine Art von Einbruch passiert ist.
01:22:06: Und ich kann mir halt auch vorstellen, dass gerade Leute aus der Zeit mit denen ich befreundet war wie dir Valentin ... Wahrscheinlich du hättest kommen sehen in unserem Kontakt?
01:22:21: Ich war halt, so sehr ich das alles auch genossen hab.
01:22:24: War total angespannt die ganze Zeit.
01:22:26: Ich war mega größer Wahnsinn.
01:22:28: Super überidentifiziert mit dem was ich tue und dementsprechend auch total defensiv wenn irgendwer versucht hat mir zu sagen dass die Sachen wie ich sie tue nicht funktionieren können.
01:22:39: Ich war Super-Judgy gegenüber allen, die es irgendwie anders gemacht haben.
01:22:43: Vor allem die, die sich weniger draufgeschifft haben als mir ... Die halt eben nicht meiner Meinung nach ihr volles Potenzial ausgenutzt haben.
01:22:51: Ich hab die manchmal stillen, manchmal nicht still verurteilt und war auch einfach mega der Killjoy und konnte überhaupt nicht loslassen.
01:23:00: War natürlich auch mega Antidrogen in dieser Zeit!
01:23:02: Du wärst echt hübsch, wenn du dir was Vernünftiges anziehen würdest?
01:23:06: Ist doch mal ein Salat, Junge!
01:23:08: Und trink was ohne Zucker.
01:23:09: Gleichzeitig waren dann schon die Gedanken, wenn ich an meine Familie denke, krass, wie konnten sie das so weit kommen lassen?
01:23:17: Ist das doch auch nicht normal für eine irgendwie sechzehn- oder achtzehnjährige Viermal die Woche zum Sport zu gehen und dann noch ... Ich hab halt geweint, weil ich ein Abi mit Eins Fünf gemacht habe.
01:23:30: Weil ich hätte nach meiner Berechnung zufolge einen Eins Zweijahr Abi machen können.
01:23:36: Aber meine ... Aber die Abi-Prüfung war nicht so gut, wie ich gedacht habe.
01:23:40: Deshalb hab' ich nur eins fünf gemacht und ich wollte mein Abi wegschmeißen.
01:23:44: Und weißt du was?
01:23:46: Ich hab sogar einen Studiengang studiert der NC frei war!
01:23:49: Also so...ich hab mich mal ein NC gebraucht um irgendwie in Medizin reinzukommen sondern es war einfach nur because I can.
01:23:59: Ich
01:23:59: hab meine Abi Prüfungen alle nach einer halben Stunde abgegeben weil die Sonne geschehen hat und ich in der Sonne kiffen
01:24:07: wollte.
01:24:07: I really hate you!
01:24:09: Deswegen hab' ich ja auch im Brandenburg studiert, weil ich ... in Berlin in keine Uni zu irgendwas reingekommen bin mit meinem Abi.
01:24:19: Ja also so genau da kam halt irgendwie schon noch so die Wut an meine, vor allem bei meiner Family-Line.
01:24:23: wie konntet ihr mich halt so... wieso hatt mir niemand gesagt Mädchen chill doch mal?
01:24:30: Aber hättest du dass Sie überhaupt annehmen können.
01:24:33: Wahrscheinlich von den Autoritätspersonen, vielleicht schon wenn die halt mal so gesagt hätten hey wir lieben dich auch mit einem Zweierschnitt!
01:24:44: Aber von Friends glaube ich überhaupt nicht, von Leuten mit denen ich mich gleichgestellt habe gar nicht.
01:24:49: Das ist ja das mit dieser eigenen Zurichtung.
01:24:52: Also so von jedem der irgendwie potentiell in einer ähnlichen Situation war wie ich konnte ich mir halt gar nichts sagen lassen weil ich eben schon zu tief drinne war.
01:24:59: Ich hab schon zu viel von mir und meiner Freizeit und meinen Träumen aufgeopfert, um soweit zu kommen.
01:25:06: Und wenn ich jetzt was anderes mache, dann war das alles
01:25:09: umsonst.".
01:25:24: Als ich den Koch grind und alles, was du dafür tun musst als Zurichtung bezeichnet habe.
01:25:35: Das war so eine heftige Beleidigung!
01:25:37: Ich war so sauer, ich dachte wirklich, ich brech alles ab, dass du meinen Kochen als Zürichtung bezzeichnet hast.
01:25:43: aber I see it now, was Du damit meinst... Und ich konnte das eben auch gar nicht an mich ran lassen weil wie gesagt also ich das natürlich auch krass genossen hab, wie stolz alle auf mich waren vor allem halt meine Familie, wie viel Verantwortung.
01:25:59: Ich habe einfach ganz viel ... Ansehen daraus gezogen und hab halt auch gewisse Privilegien daraus gezogen.
01:26:09: Und wollte natürlich auf die nicht verzichten.
01:26:13: Und dann gab es natürlich auch diese ganze Erzählung davon.
01:26:16: Ich bin eine migrantische Frau und in der dritten Generation Gastarbeiter, so das was ich mache bedeutet so viel.
01:26:23: Das was wir sagen dieser individuelle Erfolg hat dann plötzlich diese politische Dimension um.
01:26:28: meine Zurichtung ist dann irgendwie noch viel mehr wert als mein ganz persönlicher Erfolg als der eigene Gehaltscheck, sondern eben es ist eine große Erzählungen vom Fortschritt in dem ich irgendwie an eine Elite-Union gehe und mit einem Vollstipendium studiere.
01:26:49: Und diesen Moment, in dieser Zeit wo meine Schwester mir halt erzählt so hey Eichhügel hast du von diesem romanen Allegro Pastel gehört?
01:26:57: Und nicht so ne sie so.
01:26:59: ja ich habe so eine Lesung im Radio gehört.
01:27:01: das ist so eine Scheiße!
01:27:04: Das sind so komische Allmann, hipster Kinder ohne Probleme.
01:27:09: Und dann hab ich mich damit auseinandergesetzt und hab's übelst gehasst.
01:27:14: Ich habe diesen Roman wiedergelesen auch nachdem ich den Outdoor-Life-Rand kennengelernt hab und sehr sympathisch und lustig fand.
01:27:22: Habe ich Allegro Pastel gelesen und hat mir auch den Kinofilm im Rahmen der Berlinale angeschaut.
01:27:28: Und ich finde diesen Roman halt so ... Der hat mich richtig amüsiert.
01:27:33: Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und ich finde es sehr bezeichnend, dass ich eben zu dieser Zeit in der ich mich so doll zugerichtet habe das nicht aushalten konnte, da es einen Roman gab über junge Erwachsene die nicht so ein Grind fahren und die scheinbar keine Probleme haben und sich nicht so groß um Politik jucken und wo alles irgendwie so sehr sachte, gechillt ist.
01:27:59: Es fiel halt irgendwie coole Dinge geht, aber alles so sehr ... Also die irgendwie keine Probleme haben.
01:28:06: Während ich halt jeden Tag eben die Peitsche gegen mich selber verwenden musste für diese ganzen politischen Sachen und ich war einfach nur so Fuck you Allegro Pastel!
01:28:18: Ich find das halt so lustig, weil jetzt sich das Buch Anfang letzten Jahres gelesen habe ... war ich so wütend auf die Protagonisten, weil sie dort zugerichtet waren.
01:28:29: Weil sie so ein Grindset hatten!
01:28:31: Weil sie wirklich halt auch irgendwie den Ecstasy-Konsum in der Krismühle quasi einen genauen Rahmen geben und auch so... Produktiven Aspekt davon haben wollen, um dass sie alles so dieses Produktivitäts-Dogma waren.
01:28:45: Und ich wirklich einfach so besonders deswegen sauer war weil sie das halt auch an Orte gemacht haben, an denen ich viel unterwegs war und an den ich halt wirklich gechillt habe.
01:28:54: An denen ich halt echt mich versucht hab aus irgendwelchen Zwängen rauszuziehen.
01:28:59: Ich hatte das Gefühl, ich hab's damit zu Gentrifizieren zu tun also dieses Pärchen der Lekropastell gentrifiziert zum mein Leben.
01:29:08: Es ist halt so witzig, weil für mich sind das halt so heftige ... Ich hab ... ich lese die so und ich find sie halt eigentlich ziemlich sympathisch.
01:29:16: Und ich denk mir so, boah, mit denen würde ich gerne chillen!
01:29:18: Ich find die mega entspannt.
01:29:21: Oh!
01:29:23: Ja, ich glaube halt, wenn du das auch so ein bisschen erzählst mit deinem Abi, mir hat halt wirklich irgendwie was gefehlt... dass ich so meine Zurichtung richten konnte während dem Abi.
01:29:35: Ich hatte nur das Ziel, Abi zu machen und nach Berlin gehen zu können.
01:29:38: Und ich war so alles weitere finde ich raus.
01:29:40: Dann bin ich nach Berlin gegangen habe gesehen so man kann hier in Berlin mit diesem Abi gar nicht studieren.
01:29:45: dann hab ich halt im Brandenburg studiert.
01:29:47: Dann war ich also drei Semester an der einen Uni.
01:29:49: dann habe ich ein Referat über Cannabis und Deutschrap gehalten hab mir eins bekommen und gedacht, ich geh mal an eine andere Uni.
01:29:56: Da kann ich Kulturwissenschaften studieren.
01:29:59: Und da scheint mir der Shit zu sein.
01:30:00: Da krieg ich einen dafür, dass ich Referat über Kanabis und Deutsch verpallte.
01:30:05: Ich hab halt irgendwie so wirklich komplett in den Tag gelebt ... Die Illusion eines Aussteigerlebens gelebt?
01:30:14: Also, ich glaub, ich hatte auch so ne Arbeitsverweigerung natürlich auch.
01:30:18: Die war natürlich auch ange- fix mit diversen Texten die man gelesen hat, gelesen ohne sie verstanden zu haben am Anfang auch.
01:30:25: Auch einfach damit zu tun dass ich glaube ich einfach heftigste das adhs hatte und dementsprechend gewisse Dinge erstmal sehr spannend waren die es so in Berlin im Alltag gab die man vorher nicht so kannte und auf einmal mal nicht mehr ein krasses adhss hatte eine krasse Aufmerksamkeit hatte wenn man da sonntag morgens irgendwo saß.
01:30:44: Und hab halt so wirklich auch echt lange gedacht, ich in ziemlich so Produktivität.
01:30:48: Bin irgendwie so ein Unproduktiv, lebt mein Leben, habe viel Zeit Sachen zu lesen, Filme zu gucken, Serien zu gucken.
01:30:54: Hab Musik gemacht, hab in einer unfassbar schlechten Band gespielt.
01:30:59: Hab mich halt durchgewurscht mit verschiedenen Jobs, Studienkrediten und allem Möglichen... Und Rückblicken fällt mir aber halt schon auf.
01:31:09: Ich war halt überhaupt nicht so unproduktiv, wie ich halt irgendwie so dachte.
01:31:12: Also du hast mir das ja auch immer vorgeworfen.
01:31:15: Du chillst die ganze Zeit, du hängest rum und kiffst.
01:31:17: Du gehst ums ganze Wochenende feiern... Aber Rückblinken denke ich halt schon
01:31:21: so..
01:31:22: Ich habe so viele Politgruppentexte halt irgendwie... geschrieben.
01:31:26: Ich hab Vorträge vorbereitet und Vorträge gehalten, ich habe überall aufgelegt für irgendwie hundert Euro in Freigetränke und habe dafür Musik rausgesucht!
01:31:34: Ich habe Musik gemacht, Musik geschrieben, aufgenommen... Ich habe Demos organisiert auch Demos am ersten Januar organisiert bei denen ich halt alles andere als froh war da zu sein Und ich war die ganze Zeit unterwegs und ich habe dann auch irgendwie so gemerkt Ich hab meine eigene Zurichtung auch gehabt, das ist mir zurückblickend aus dem aufgefallen.
01:31:56: Ich habe mich nicht der Zurüchtung entzogen wie ich dachte sondern ich hatte mein Leben so eingerichtet dass ich halt möglichst viel Zeit habe irgendwie zu lesen um mich mit Sachen auseinanderzusetzen und zu schreiben.
01:32:07: Und das hat ja auch mega krass die Art wie gedacht habe auch beeinflusst oder auch gemacht.
01:32:15: Ich musste was schreiben, wenn ich etwas gelesen habe.
01:32:17: Ich konnte halt nicht einfach einen Text lesen und er war so da, sondern... ...ich hab Text geleben was du schreibst oder das Schreiben war so wie der Output.
01:32:23: So ich hab auf das Schrieben das zugerichtet, das Lesen.. ..und wenn es nur ein blöder Politgruppentext war.
01:32:28: Es ging nicht mal darum dass ich das verkaufen konnte aber es muss halt irgendwo veröffentlicht sein!
01:32:34: Und.... Ich hab halt dann totales Glücksgefühl auch immer empfunden beim Schreiben.
01:32:38: Vor allem weil ich halt nachts geschrieben, das ist da glaub' ich auch das Ding.
01:32:41: Mein Leben hat auch verlagert in die Nacht, weil tagsüber waren Leute da, die mich abgelenkt vom Schreiben und wollten irgendwas von mir.
01:32:47: So nachts hatte ich so meine Ruhe, das war nur ich, das waren meine Bücher... ...und es war mein komischer PC.
01:32:53: Und das war diese Word-Datei, in der ich Sachen reingehakt habe wie ein Wahnsinniger!
01:32:58: Das war halt eben auch eine Zurichtung.
01:33:01: Meine Ideologie war dann so das Aussteigertum und ich mache das für die Kritik, aber trotzdem habe ich mein Leben krass eingerichtet um diese Sache zu dienen, weil ich ja auch quasi dann mir ausgesagt habe, dass ich feiern gehe, das war ja Teil dessen.
01:33:15: Da hab' ich hier auch die Leute getroffen, da hab' mit den Leuten über Sachen diskutiert... Das
01:33:19: hat zwar schon auch so ne Sache!
01:33:21: Ganz kurz ... Zum Beispiel diesen Firegrind, wie du machen, weil ich das voll anstrengend fand.
01:33:26: Also so Feiern gehen und dann zwei Tage auskartern ist ja ... Das macht ... also... Das ist Arbeit für mich!
01:33:36: Es ist drei Tage Feiern?
01:33:39: Ist ein Fulltime-Job.
01:33:40: Ja.
01:33:40: Also das ist keine Frage.
01:33:42: deswegen arbeitet man hier halt auch irgendwie in der Gastro in irgendwelchen Sachen, weil man die halt mit kombinieren kann, weil du halt quasi idealerweise direkt nach der Schicht feiern gehst Genau.
01:33:52: Und das ist ja auch wirklich krass.
01:33:55: Sachen gemanagt hat, als ich dann irgendwann arbeitslos war nach meinem Umzug auf schon am Anfang dieses Podcasts so.
01:34:03: Da hab' ich ja, da bin ich genug Cola Blutblasmar gespendet und ich habe dann halt einfach Bücher gelesen beim Blut Blasmarspenden weil es dauert halt eine halbe Stunde du kannst nichts machen und dann hab ich's halt voll geschafft das zu integrieren.
01:34:14: Ich hatte meine Ernährung umgestellt!
01:34:16: Ich hab richtig viel...ich hab jeden Morgen Rührei mit Speck gefrüg- ein mit Speck gefrühstückt.
01:34:21: Warum?
01:34:22: Du brauchst richtig viel Protein, dass sie dir die Werte haben, indem du zweimal die Woche spenden kannst und wenn du zweimel die Woche spentest, kriegst du diese zehn Euro extra
01:34:29: Prämie.".
01:34:30: Und all das sind so ... Diese Zurichtung, die man sich leistet selbst als Slacker-Hänger, wie auch immer man das bezeichnen will.
01:34:38: Wenn man ja auch da irgendwie Dinge tun muss oder vor allem ich Dinge tun musste, mich produktiv zu fühlen.
01:34:42: Ich hätte das nicht gekonnt, wenn ich nichts Gefühl hatte, ich mach' das um schreiben zu können!
01:34:48: Also... Warum haben wir jetzt irgendwie so lange über unsere Leben gelabert und über unsere Zurichtung, unsere Lust und unser Leiden an diesen Zwingen?
01:35:01: Weil wir halt finden dass die Schicksale von zwei gescheiterten Bögekits wie uns normalisiert werden müssen.
01:35:08: Wir wollen entstigmatisieren das zu Erben.
01:35:11: keine Schande ist dass es in Ordnung ist, wenn man Musik- und Sprachunterricht genossen hat.
01:35:15: Wenn man im Mercedes zur Schule gefahren wurde, nicht sechs Monate sparen musste auf sein erstes Patschaks, sondern dass seine Mutter sie sofort in den Kölner Karten gekauft hat oder dass man einen Slacker-Live-Style fährt, obwohl man's nicht müsste ... Und dass man trotzdem an dieser Gesellschaft leidet.
01:35:36: Das uns gehts auch schlecht!
01:35:39: Wir alle leiden im Kapitalismus?
01:35:43: Nur wenn wir die eigene Zurichtung sehen können, dann können wir die Zürichtung der anderen anerkennen.
01:35:48: Zurichtungen prägt unser Denken und Handeln gerade dort wo wir uns das nicht bewusst sind.
01:35:53: Wir fühlen uns von denen hingezogen und abgestoßen weil sie unsere Zurichtung entsprechen oder weil wir Angst davor haben dass sie unsere zu Richtung sprengen.
01:36:01: Zurichtungen trennt uns vom anderen Menschen und das obwohl es unsere größte Gemeinsamkeit ist.
01:36:06: Ja ich glaube halt am Endeffekt ist das Ding... Funktioniert die Zurichtung, bist du geascht?
01:36:11: Scheiterst du an der Zürichtung.
01:36:13: Bist du geaszcht?
01:36:15: Was machen Sachen?
01:36:16: Lachen!
01:36:20: Das wäre nämlich jetzt auch unser pädagogisches Ende an dieser Stelle ...
01:36:25: Nee es ist kein Rat an alle.
01:36:28: wir gehen halt irgendwie damit so um.
01:36:31: Genau.
01:36:31: Macht
01:36:32: was ihr wollt wirklich filmt euch dabei wie ihr heult und stellt's auf Social Media oder auch nicht.
01:36:39: Aber verlinkt uns!
01:36:43: Ja, man hat's glaube ich schon ein bisschen so gemerkt... Das war eine Folge in der wir viel gelacht haben und ich glaube das ist auch genau das was es trifft.
01:36:51: Humor ist halt für uns beide glaube ich ne krasse Strategie wie man halt das Leiden berät werden lassen kann Wie man eben versuchen kann damit umzugehen und es auch auszusprechen uns auch verarbeiten zu können den man wirklich so ein bisschen auslacht, auch sich darüber lustig macht.
01:37:10: Wie viel Quatsch einem irgendwie dann auch passiert und wie man so ein bisschen wie so'n Goofy durchs Leben stolpert?
01:37:17: Ja aber eben auch da wo vielleicht also sich auch auch da raus nimmt darüber zu lachen, wo vielleicht andere denken hey du hast gar kein Recht darüber zu Lachen weil dir geht's ja voll gut!
01:37:30: Also ich glaube das ist ja so wirklich ... Der ganze Punkt dieser Folge ist zum Schluss für uns geworden.
01:37:37: Es bringt nichts, über gesellschaftliche Zurichtungen zu sprechen, wenn wir nicht über die eigene Zurichtung sprechen können und uns immer nur darin reinflüchten in diese Erzählungen.
01:37:46: entweder dass wir viel ... Dass ich halt irgendwie dachte statt meiner Eltern bin ich in irgendeiner Baracke in Köln-Hollweide aufgewachsen statt im Einfamilienhaus.
01:37:59: oder irgendwie Man über das Lachen, an das Leiden ganz gut rankommt.
01:38:04: Und ohne zu wissen haben wir jetzt auch voll viel ... Ist es ja auch wie so eine Ergänzung zu unserer Folge über Linke und Humor?
01:38:12: Only a joke can save us.
01:38:13: ein unserer früheren Folgen, die euch unbedingt anhören solltet ist einer meiner Lieblingsfolgen von Don't Read Theory.
01:38:20: Auch wenn's niemand interessiert, ist es Folge Nummer sechs!
01:38:24: Da sprechen wir eben darüber, warum es so wenig Linke mit ihrem linken politischen Humor schaffen und zum Lachen zu bringen.
01:38:30: Und das schließt ein bisschen darüber an, warum mich so wenig linkspopulistische Gesellschaftskritik abholt in meinem Leiden an der Gesellschaft.
01:38:39: Aber ich glaub jetzt genau weil wir meinen halt eben mit Humor und dem Lachen nicht Humor oder das Lachen als eine Art Panzer gegen die Gesellschaft sowohl dass sich mich verherrte gegen die anderen durch irgendwie so einen Lachen, als auch dass ich zum Angriff gehe mit dem Lachen.
01:38:55: Na
01:38:56: ja genau, sondern eben
01:38:57: ein Lachen
01:38:58: das halt wirklich des eigenes Scheitern an der Gesellschaft zum Gegenstand hat und quasi darüber einfach nur lachen kann und eben auch so'n bisschen ... Ja also ich muss mich hier... ... erinnere mich halt selbst ganz oft daran, wie im letzten Jahr einfach so eine Verkettung von Umständen gab.
01:39:14: Wo einfach so ganze Sachen schief gegangen sind.
01:39:16: So alle so Kleinigkeiten die man hätte auf dem Schirm haben kommen.
01:39:19: Und am Ende stand ich irgendwie da und alles war nicht so wie gedacht... ...und ich habe es in den Himmel geguckt und musste einfach lachen weil ich es einfach viel zu lustig finde!
01:39:29: Zum Beispiel, dass mein Auto jetzt in einer Bauchstelle steht.
01:39:33: Wo es durch eine Verkettung wehre Umstände hingekommen ist?
01:39:36: Aber ich find's einfach unfassbar lustig!
01:39:39: Weil gleichzeitig auch so bin... Ich bin halt nicht bereit, mein Leben zuzurichten, das mir das nicht passiert.
01:39:45: Ich weiß was ich hätte tun müssen und das es nicht passiert aber at this point nee, ich muss mit diesen Konsequenzen leben und ich werde rausfinden, was die Konsequent sind.
01:39:54: nach dieser Aufnahme und solange lach' ich halt darüber Weil es doch einfach lustig ist, wie man die Situation reingekommen hat.
01:40:02: Und wie absurd auch diese Gesellschaft wird, wenn man an ihr scheitert?
01:40:07: Ja oder für mich war das auf jeden Fall also ... Diese Geschichte des persönlichen Scheiterns eben schon noch eine sehr schmerzhaft.
01:40:16: und für mich was halt?
01:40:17: entweder ein Lachen, dass ins Wein übergeht oder ein Wein, das ins Lachen übergeht.
01:40:22: Also es war oft dieser Art von Bewegung Vielleicht kennt man das auch so, dass eine Freundin weint gerade.
01:40:30: Das ist total der beschissene Moment.
01:40:33: Man fühlt total mit.
01:40:34: Man ist voneinander da und es wird geweint.
01:40:37: Dann macht die Freundin, was Schlimmes erzählt hat ... Und voll aufgelöstes macht dann aber ein Witz und hat noch voll das verheulte Gesicht!
01:40:46: Ja
01:40:46: oder?
01:40:50: Ein katatischer Moment.
01:40:52: Total oder auch andersrum, wenn man mit einer Person ist, die gerade weint und man schafft es irgendwie den Moment so abzupassen, dass man einen Witz macht und dieses Weinen lachend übergeht.
01:41:04: Das ist auch dieser katatische Moment ... Den
01:41:06: mein ich!
01:41:07: Den meine ich...
01:41:08: Aber du machst den Witz?
01:41:09: Sie macht den Wiz?
01:41:10: Egal ja sie aber ja.
01:41:12: Wer auch immer den Wizz macht, mit dem Lachen gemeinsam aus zu einer Trauersituation rauszukommen.
01:41:18: Das ist auch das, ich fand es so interessant.
01:41:19: Ich hab ja eben Allegro Pastel gelesen bei einem Kinofilmen und dann habe ich mir auf YouTube eine Lesung von LiveRant angehört aus Allegro pastel als es rausgekommen ist im Brecht Literaturforum.
01:41:36: Nach der Lesung ein Gespräch und die Moderatorin fragt ihn halt so, dass sie den Roman in Teilen verstörend fand.
01:41:43: Weil sie nicht unterscheiden konnte ob es total ironisch gemeint ist was er schreibt oder ernst gemeint is.
01:41:48: Und dann antwortet eben Leif Rand Dass er sich ernst nehmen kann und trotzdem über sie lachen kann.
01:41:53: und das ist gar nicht.
01:41:56: Er sagt das nicht so aber es scheint eben dass es kein Widerspruch ist und ich glaube das ist ja genau das Was Ja was mir fehlt in vielerlei linken Kontext.
01:42:09: Ja, es ist halt so sich selbst aber auch die Leute um einen Rum nicht ganz ernst zu nehmen.
01:42:15: Also ich glaube das ist ja eben auch so gemeint... Doch!
01:42:17: Man nimmt sie
01:42:18: ernst.
01:42:18: Genau das mein ich gerade.
01:42:21: Nicht so ernstzunehmen dass man sich drin versteift.
01:42:25: Es geht dir um eine Gleichzeitigkeit.
01:42:28: Dass man sie ernst nimmt weil man sie nicht ernst nimmt.
01:42:31: Weil wenn man sie einfach nur ernst nimmt und jedes Wort für bare Münze nimmt Dann versteift man sich miteinander.
01:42:37: Da verliert man sich!
01:42:39: Ich finde, es ist nicht ein Ernstnehmen oder Nicht-Ernstehmen.
01:42:41: Es ist gerade darüber, dass du dir auch erlaubst, darüber zu lachen, nimmst du's ja ernst?
01:42:46: Die Situation ... Aber ja...
01:42:49: Ich weiß grad vor allem abgrenzen zu so diesem ... Dinge zu ernst nehmen und komplett Spaß befreit sehen.
01:42:54: Ich glaube, es geht um diese Gleichzeitigkeit von Ernst nehmen und darüber lachen können, dass man Dinge auch witzig findet, weil man sie ernst nimmt ... Ja!
01:43:01: Und eben nicht nur Dinge witzigen, die man nicht ernst nimmt?
01:43:05: Weil Sie irgendwie safe sind, darüber zu lachen.
01:43:08: Genau.
01:43:10: Das heißt halt eben wirklich, dass wir die ernste Sache mit der man so tun hat, nämlich die Gewalt, die sich selbst antun muss, einfach nicht verdrängt sondern auch darüber lacht.
01:43:21: Also es ist ja auch irgendwie so fucking hilarious, wenn man halt weiß an welchen Tagen der Woche man sich die Haare wäscht.
01:43:29: So ich find's einfach auch ein bisschen lustig nicht, dass das trotz passiert ist.
01:43:34: halt und auch so'n bisschen dann... Auch gerade hat dieses eigene Scheitern lachen Nichts als ironische Distanzierung sondern auch sagen Sie Ja this part of being the deer Being a goofy Just like failing and trying to figure out how deal with the failings.
01:43:50: Ich glaub halt so.
01:43:50: dieses Misstrauen, was ich gegenüber Linkspopulisten habe ist halt eben sehr ausgedrückt in einem Zitat von den Smiths.
01:44:02: Aus einem großartigen Song von dem einen meiner Lieblingssong You've Got Everything Now.
01:44:07: da singt Maura Say I see you smile but i never really heard your laugh.
01:44:13: und es beschreibt halt richtig perfekt dieses zum Lachen in den Keller gehen.
01:44:18: Und eben dieses I see you smile but i never really heard your love zeigt aber auch, dass man anscheinend ein Stück von sich versteckt hält.
01:44:30: Das ist eben dieses Schweigen zur eigenen Zurichtung.
01:44:34: und wer das zum Beispiel total gut schafft, finde ich wäre einfach einen richtig hohen Output hat, aber nicht diese komische Maske trägt für mich Jijek.
01:44:43: Der Typ schreibt irgendwie gefühlt drei Bücher im Jahr... Wenn einer ein Grindzett hat, dann Gizek.
01:44:50: Aber...
01:44:50: Der hat ja nicht mehr Zeit, seinen Bücher zu bewerben.
01:44:53: Ja genau!
01:44:54: Er weiß gar nicht mehr, welches gerade aktuell ist und aber er hat halt überhaupt gar nicht dieses slyke Performance.
01:45:00: dieser Typ wirkt einfach getrieben.
01:45:02: Sein Auftreten verschafft ja vielen Menschen auch so ein Unbehagen weil er sich selber entblöst und dann macht der teilweise so unangebrachte Anekdoten und Witze.
01:45:14: also bei ihm hat man das zum Beispiel nicht.
01:45:20: Aber, did I ever hear Ole oder Wolfgang Lachen?
01:45:24: nur so... Ich komme gerade aus der Oper und ich schreibe einen charmant Text.
01:45:37: Eine Hand ohne deutschen Pass liegt auf meinem Oberschenkel!
01:45:44: Genau.
01:45:44: und deswegen würde ich sagen, wir schließen einfach mit einem kleinen Shoutout an diverse Dinge.
01:45:50: Produkte, Menschen Sachen bei denen es einen Humor gibt der sich selbst riskiert und dementsprechend natürlich All Time Favourite.
01:45:58: Broad City
01:45:59: Für mich auf jeden Fall.
01:45:59: die Serie Parks and Recreation und die Simpsons
01:46:02: Für mich chewing gum.
01:46:03: und besonders Atlanta auch wenn ich sagen muss Donald Clover
01:46:06: You
01:46:07: are fucking weird.
01:46:08: What's wrong with you?
01:46:11: Schon seit der Schulzeit die Gedichte von Mascha Kaleko.
01:46:15: Und in den letzten Jahren auf jeden Fall, die romane Ajax von Shemile Shahin und Schwindel von Hengamiya Gubi Farah.
01:46:22: Man sieht sehr auch ... man lacht über die Zurichtung von den Leuten, die dargestellt werden, aber man lacht sie nicht aus!
01:46:28: Man fühlt mit, man kann alle verstehen, es gibt keinen dem man nicht mag und das ist einfach so schön, sowas zu haben.
01:46:34: Egal wie viel Hate Sie abbekommen für immer und immer die Musik des Smiths.
01:46:41: Und damit ende ich jetzt auch, das geht nämlich an alle linkspopulistischen Hater von Don't Read Theory.
01:46:49: um es in den Worten vom Morisset zu sagen You are your mothers only son and you're a desperate one.
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